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Schützen trauern um Freiheitskämpfer Siegfried Steger
Der letzte der „Puschtra Buibm“ ist heimgegangen
TIROL – Mit tiefer Trauer und großer Dankbarkeit nimmt der Südtiroler Schützenbund Abschied von Freiheitskämpfer Siegfried Steger, dem „Puschtra Bui“. Mit ihm geht der letzte der vier „Puschtra Buibm“ – nach Sepp Forer, Heinrich Oberlechner und Heinrich Oberleiter schließt sich nun ein Kapitel Südtiroler Zeitgeschichte.
Siegfried Steger wurde am 24. Oktober 1939 in Mühlen in Taufers geboren – in eine Zeit, in der die Wunden von Option, Entrechtung und radikaler Italienisierung noch offen waren. Er gehörte zu jener Generation junger Südtiroler, die nicht bereit war, das Unrecht schweigend hinzunehmen. Mit 22 Jahren entschloss er sich, im Freiheitskampf für Tirol einzustehen – aus Überzeugung, aus Heimatliebe, aus dem Gefühl heraus, Verantwortung zu tragen.
Gemeinsam mit Sepp Forer, Heinrich Oberlechner und Heinrich Oberleiter wurde er zu einem Symbol des Widerstandes jener Jahre. Die vier „Puschtra Buibm“ stehen bis heute für eine Generation, die unter großem persönlichem Risiko handelte. Sie wurden verfolgt, verurteilt, gebrandmarkt – und doch blieben sie ihrer Überzeugung treu.
Siegfried Steger musste dafür einen Preis zahlen, den kaum jemand ermessen kann: lebenslanges Exil. Fern der Heimat, fern vom Pustertal, fern von seiner Familie. Besonders schmerzlich war für ihn, dass er nicht einmal an den Begräbnissen seiner Eltern teilnehmen durfte. Ein Sohn, dem es verwehrt blieb, Abschied zu nehmen – das ist eine Tragödie, die über jedes politische Urteil hinausgeht.
Mit seinem Tod verstummt die Stimme des letzten der vier. Was bleibt, ist ein Lebensweg, der geprägt war von Standhaftigkeit, Opferbereitschaft und unerschütterlicher Verbundenheit mit Tirol.
Heute lebt Südtirol in Frieden und im Wohlstand. Doch der Weg dorthin war kein selbstverständlicher. Er war geprägt von Spannungen, Konflikten und vom Mut jener, die bereit waren, persönliche Opfer zu bringen. Die Geschichte wird über Methoden und Wege urteilen – aber sie wird nicht leugnen können, dass es Männer wie Siegfried Steger waren, die aus tiefem Verantwortungsgefühl für ihre Heimat handelten.
„Der Südtiroler Schützenbund verneigt sich in Dankbarkeit vor einem Landsmann, der sein Leben der Überzeugung widmete, dass Freiheit und Würde nicht verhandelbar sind. Siegfried Steger war der Letzte der Puschtra Buibm. Nun sind sie wieder vereint. Möge er in Frieden ruhen“, so Mjr. Christoph Schmid, Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes.
Sobald nähere Informationen zu den Trauerfeierlichkeiten vorliegen, wird der Südtiroler Schützenbund darüber informieren und die Möglichkeit geben, gemeinsam Abschied zu nehmen.
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