Auf unserer Website gibt es keine Cookies und keine Web-Analyse.
Wir sammeln grundsätzlich keine Daten über unsere Leser.

Südtiroler Heimatbund warnt: Bei den Olympischen Spielen die Identität nicht vergessen

Südtiroler Heimatbund 11-01-2026, 03:11

Nur noch wenige Wochen trennen uns von der Eröffnung der Olympischen Spiele am Freitag, den 6. Februar 2026, in Mailand und Cortina d’Ampezzo (ladinisch: Ampezo).

Schon jetzt lässt sich absehen, wie italienische Nationalisten und vielfach unkundige Sportjournalisten über jene Gebiete berichten werden, in denen die Spiele ausgetragen werden. In der verkürzten Wahrnehmung reicht Italien vom Brenner bis nach Sizilien: Das Land sei ausschließlich von Italienern bewohnt, die Trikolore allgegenwärtig, alle Bewohner stolze Italiener. Alle lieben die italienische Küche, und alle Sportler aus dem italienischen Staatsgebiet gelten selbstverständlich als italienische Athleten.

Cortina d’Ampezzo wird in diesem Kontext wohl nur selten – wenn überhaupt – als ladinisches Siedlungsgebiet erwähnt werden. Wenn doch, dann bestenfalls als folkloristische Randnotiz oder kuriose Lückenfüllung in der Berichterstattung. Ladinische Fahnen werden den Journalisten kaum entgegenwehen, sie werden unter hunderten italienischen Fahnen schlicht untergehen.

Auch die Pusterer werden staunen, wie „italienisch“ ihr Tal plötzlich erscheint. Bekenntnisse zu Tirol werden vermutlich als störende Elemente wahrgenommen, ehrwürdige Tiroler Fahnen als Randerscheinungen vermeintlicher Extremisten abgetan. Gleichzeitig wird man die Pusterer Küche tausendfach als „italienische Kulinarik“ vermarkten.

Dabei böten die Olympischen Spiele eine einmalige Gelegenheit, der Welt Südtirol zu zeigen: seine Geschichte, seine kulturelle Vielfalt und sein Recht auf Freiheit in einem Europa der Regionen. Dazu bräuchte es jedoch eine starke Landesregierung, die nicht von nationalistischen italienischen Kräften geprägt oder unterwandert ist. Ihr gegenwärtiges Verhalten zeigt vielmehr, wie ausgehöhlt und modrig Südtirols Identität auf politischer Ebene geworden ist – während sie von der Bevölkerung, von Vereinen und Organisationen nach wie vor standhaft verteidigt wird.

Eine Generalprobe für den Geist dieser Spiele in Italien wird der Fackellauf sein, wenn die olympische Flamme vom 27. bis 29. Jänner durch Südtirol getragen wird. Werden wir Südtiroler es schaffen, unsere Tiroler Identität der Welt sichtbar zu machen? Wieder einmal gilt es, der moralischen Verfettung und der schleichenden Selbstaufgabe ein klares, gesundes Tirol-Bewusstsein entgegenzustellen.

Intelligente Artikel vom Autor für Sie
Souveränität beginnt mit der Fähigkeit, Nein zu sagen

Durch wessen Augen sieht Deutschland die Welt – und wer bestimmt, was als deutsches Interesse gilt? Sieben Parteien, eine Frage – und sieben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was deutsche Souveränität heute überhaupt bedeutet. Der Vergleich zeigt: Gestritten wird längst nicht nur darüber, wie selbständig Deutschland ist. Umstritten ist bereits, wer im entscheidenden Augenblick das letzte Wort haben soll – Berlin, Brüssel oder das Bündnis.

Wenn der Wähler die „Falschen“ wählt: Sachsen-Anhalt und die Grenzen der Demokratie

Am 6. September könnte Sachsen-Anhalt zum politischen Testfall für die Bundesrepublik werden. Die AfD liegt in den Umfragen bei über 40 Prozent, und die Möglichkeit einer von ihr geführten Landesregierung ist längst nicht mehr theoretisch. Doch während die Wähler noch nicht abgestimmt haben, bereiten sich Berlin und andere Länder bereits auf genau diesen Fall vor: Wie gehen staatliche Institutionen mit einer demokratisch legitimierten Landesregierung um, der sie politisch und sicherheitspolitisch womöglich nicht zu vertrauen bereit sind?

Der Thüringer Knoten: Vier Akteure und die Grenzen der Brandmauer

In Thüringen geht es längst nicht mehr nur um Mario Voigts Doktortitel oder um den öffentlichen Schlagabtausch zwischen Sahra Wagenknecht und Björn Höcke. Der Konflikt berührt eine grundsätzlichere Frage: Wer bestimmt in einer parlamentarischen Demokratie, welche Mehrheiten politisch zulässig sind – die Wähler oder die Parteizentralen? Im Zentrum stehen vier Akteure, vier Interessen und eine Parteienordnung, die zunehmend mit ihren eigenen Abgrenzungsregeln in Konflikt gerät.