Auf unserer Website gibt es keine Cookies und keine Web-Analyse.
Wir sammeln grundsätzlich keine Daten über unsere Leser.

Berlin bremst gerade die Energiewende aus!

Südschleswigsche Wählerverband 7-05-2026, 10:42 development

„Es ist mir unbegreiflich, wie die Bundesregierung in der aktuellen globalen Situation glauben kann, dass es richtig und vernünftig ist, verstärkt auf fossile Gaskraftwerke zu setzen, statt konsequent den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben. Es sind die dezentralen natürlichen Energiequellen, die uns unabhängig machen von anderen Staaten. Es sind die erneuerbaren Energien, die die Energiepreise senken.“

Dr. Michael Schunck zu TOP 36 - Fortführung der Förderung von kleinen Solaranlagen (Drs. 20/4376)

Käme das Bundesfamilienministerium um die Ecke und würde sagen: wir müssen das Kindergeld abschaffen und alle Kleinkinder zu Hause betreuen, mit der Begründung, dass die Krippenplätze knapp sind und der Ausbau teuer und langwierig, würde wohl ein Aufschrei durchs Land gehen.
Nun kommt stattdessen das Wirtschaftsministerium um die Ecke und sagt: die Einspeisevergütung für kleine Dachsolaranlagen schaffen wir ab und ins Netz einspeisen dürfen die Menschen den Strom auch nicht mehr einfach so, mit der fadenscheinigen Begründung, dass die Netzkapazität nicht reicht und der Ausbau teuer und langwierig ist.
Aber der Vergleich zeigt, wie absurd die Herangehensweise des Ministeriums hier ist. Fakt ist: Deutschland will bis zum Jahr 2045 klimaneutral werden. Aber dieses Ziel ist noch lange nicht erreicht. Weil die Treibhausgas-Emissionen noch immer viel zu hoch sind, aber auch, weil wir noch lange nicht die gesamte Energieproduktion auf erneuerbare Quellen umgestellt haben. Jetzt die Axt an den Beitrag anzulegen, den viele Bürgerinnen und Bürger mit kleinen Dach-Solaranlagen zur Energiewende leisten möchten, ist daher nicht klug. Es ist das falsche Signal, die Einspeisevergütung abzuschmelzen, während der Staat auf der anderen Seite Milliardenbeträge für den Einkauf fossiler Gase ausgibt.
Richtig ist: die Einspeisung des Stroms ins Verteilnetz muss gelenkt werden. Eine Pflicht zum Einbau eines Smart-Meters für Stromerzeuger ist vor dem Hintergrund sinnvoll. Richtig ist auch: private Solaranlagen lohnen vor allem dann, wenn der Strom direkt verbraucht wird. Folglich werden das viele Kunden ohnehin tun. Wenn das Wirtschaftsministerium erreichen möchte, dass weniger Dach-Solar-Strom ins Netz eingespeist wird, sollte es über eine Förderung für lokale Batteriespeicher nachdenken.
Der vorgesehene Zwang zur Selbstvermarktung ist dabei fast schon kafkaesk. Wo sollen die Menschen ihren Strom denn hin verkaufen?

Beim Nachbarn ohne Solaranlage klingeln und fragen, ob er eine Tüte Strom braucht? Hier fehlt es schlicht an der systematischen Digitalisierung unseres Stromsystems. Eine Aufgabe, der sich das Bundeswirtschaftsministerium gern annehmen dürfte, statt den Menschen die Energiewende madig zu machen. Die Kapazitätsengpässe im Netz durch Sonnenstrom von privaten Dächern sind schlicht ein Hinweis darauf, dass unsere Netzkapazitäten nicht ausreichend sind. Im Übertragungsnetz ist der Ausbau in den vergangenen Jahren endlich vorangekommen, nicht aber im Verteilnetz. Das muss jetzt ertüchtigt werden. Und zwar dringend. Wir bauen ja schließlich auch die Krippen aus, wenn mehr Kinder geboren werden.
Die Energiewende in Deutschland ist vor allem da ein Erfolgsmodell, wo sie von der Bevölkerung mitgetragen wird und die Menschen unmittelbar profitieren können. Das will das Wirtschaftsministerium nun in Teilen rückabwickeln, indem die erneuerbaren Energien ausgebremst werden.
Es ist mir unbegreiflich, wie die Bundesregierung in der aktuellen globalen Situation glauben kann, dass es richtig und vernünftig ist, verstärkt auf fossile Gaskraftwerke zu setzen, statt konsequent den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben.
Es sind die dezentralen natürlichen Energiequellen, die uns unabhängig machen von anderen Staaten. Es sind die erneuerbaren Energien, die die Energiepreise senken.
Das haben wir deutlich gesehen, als der Ukraine-Krieg begann. Und für die, die es vergessen haben, hat uns der Iran-Krieg nochmal deutlich vor Augen geführt, wie abhängig wir noch immer von Energieimporten sind und wie machtlos wir Preissteigerungen gegenüberstehen.
Statt nun den Ausbau der erneuerbaren Energien zu bremsen, weil die Netzkapazitäten knapp sind, muss das Bundeswirtschaftsministerium endlich ein Gesamtkonzept vorlegen, in dem die Erzeugung erneuerbaren Stroms, biogener Gase, deren Speicherung und die Netzkapazitäten zusammengedacht werden. Die Solar-Anlagen auf den Dächern der Bürgerinnen und Bürger sind ein Baustein einer gelingenden Energiewende. Wir fordern die Landesregierung auf, sich beim Bund dafür einzusetzen, dass das auch künftig so bleibt.

https://www.ssw.de/themen/berlin-bremst-gerade-die-energiewende-aus

Ähnliche Nachrichten

Die AfD ist unter den größeren Parteien die einzige, die das migrationspolitische Grundmodell der vergangenen Jahrzehnte grundsätzlich infrage stellt. Demografische Probleme sollen nicht dauerhaft durch Einwanderung gelöst werden, sondern durch Familienpolitik, höhere Produktivität, Automatisierung sowie eine gezielte und begrenzte Zuwanderung tatsächlich benötigter Fachkräfte. Damit erhebt die Partei nationale, kulturelle und demografische Kontinuität wieder ausdrücklich zum politischen Ziel. Im Unterschied zu den übrigen Parteien beantwortet die AfD die Grundfrage eindeutig: Nicht Deutschland soll sich an unbegrenzte Migration anpassen – die Migrationspolitik soll sich daran orientieren, welchen Charakter Deutschland bewahren will.

Weiterlesen

Mit einem umfangreichen Regierungsprogramm sind wir bereit, Verantwortung für Sachsen-Anhalt zu übernehmen. Demokratie und Bürgerrechte sind keine Selbstverständlichkeit – sie müssen täglich gegen staatliche Übergriffe verteidigt werden

Weiterlesen

„Wir können uns diesen Luxus nicht leisten": Deutschland erstickt in Bürokratie, während Beamte den Haushalt plündern?

Weiterlesen

Dieter Hallervorden sorgt mit seinem Auftritt im CDU-Wahlkampf in Sachsen-Anhalt für Wirbel. Jetzt meldet sich Kabarettist Kay Ray zu Wort und verteidigt seinen langjährigen Theaterkollegen gegen vorschnelle politische Vereinnahmung und Ausgrenzung.

Weiterlesen

BOZEN – Mit großem Unverständnis nimmt der Südtiroler Schützenbund die Berichte über das neue staatliche Sicherheitsdekret zur Kenntnis, wonach selbst Taschenmesser mit einer Klinge ab fünf Zentimetern und Feststellmechanismus pauschal verboten sein sollen. Was in Rom offenbar als Sicherheitspolitik verkauft wird, ist in Wahrheit ein weiterer Auswuchs zentralistischen Denkens, das Lebenswirklichkeit, Hausverstand und gewachsene Traditionen missachtet.

Weiterlesen

Journalismus oder politischer Auftrag? Wir beleuchten, wie moralisierende Rhetorik alter Medien ihren Gegnern in die Hände spielen kann.

Weiterlesen

Ein neues Gutachten will die Debatte um ein AfD-Verbotsverfahren anfachen. Die Mainstreammedien springen auf den Zug auf. Die Experten der Studie werfen aber Fragen auf.

Weiterlesen

Wer in gutem Glauben meint, sein Geld in Form einer „Bürgerbeteiligung“ an Windkraft- oder Solarprojekten sicher und gewinnbringend angelegt zu haben, kann sehr schnell eine unangenehme Überraschung erleben. 

Weiterlesen

„Kritiker sprechen von einer ‚Bananenrepublik‘, wenn sie den Eindruck gewinnen, dass Gesetze beliebig angewendet werden, Milliarden an Steuergeldern ohne ausreichende Kontrolle ausgegeben werden, große Teile der Medien ähnliche Narrative verbreiten und die Interessen der eigenen Bevölkerung zu kurz kommen.“

Weiterlesen
Souveränität beginnt mit der Fähigkeit, Nein zu sagen

Durch wessen Augen sieht Deutschland die Welt – und wer bestimmt, was als deutsches Interesse gilt? Sieben Parteien, eine Frage – und sieben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was deutsche Souveränität heute überhaupt bedeutet. Der Vergleich zeigt: Gestritten wird längst nicht nur darüber, wie selbständig Deutschland ist. Umstritten ist bereits, wer im entscheidenden Augenblick das letzte Wort haben soll – Berlin, Brüssel oder das Bündnis.

Wenn der Wähler die „Falschen“ wählt: Sachsen-Anhalt und die Grenzen der Demokratie

Am 6. September könnte Sachsen-Anhalt zum politischen Testfall für die Bundesrepublik werden. Die AfD liegt in den Umfragen bei über 40 Prozent, und die Möglichkeit einer von ihr geführten Landesregierung ist längst nicht mehr theoretisch. Doch während die Wähler noch nicht abgestimmt haben, bereiten sich Berlin und andere Länder bereits auf genau diesen Fall vor: Wie gehen staatliche Institutionen mit einer demokratisch legitimierten Landesregierung um, der sie politisch und sicherheitspolitisch womöglich nicht zu vertrauen bereit sind?

Der Thüringer Knoten: Vier Akteure und die Grenzen der Brandmauer

In Thüringen geht es längst nicht mehr nur um Mario Voigts Doktortitel oder um den öffentlichen Schlagabtausch zwischen Sahra Wagenknecht und Björn Höcke. Der Konflikt berührt eine grundsätzlichere Frage: Wer bestimmt in einer parlamentarischen Demokratie, welche Mehrheiten politisch zulässig sind – die Wähler oder die Parteizentralen? Im Zentrum stehen vier Akteure, vier Interessen und eine Parteienordnung, die zunehmend mit ihren eigenen Abgrenzungsregeln in Konflikt gerät.