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Kranke Kassen: Regierung drückt sich, Beitragszahler sollen es richten | NIUS Live

13-07-2026, 21:18

Kürzungen für die einen, Bestandsschutz für die anderen: Das neue "Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung" sorgt für Zündstoff. Offiziell soll es die Krankenkassenbeiträge stabil halten. Tatsächlich aber treffen die Einsparungen von rund 12 Milliarden Euro vor allem die Beitragszahler, während Bürgergeldempfänger, darunter zur Hälfte Menschen ohne deutschen Pass, weiterhin ihre vollen Gesundheitsleistungen erhalten.

Ausgerechnet Friedrich Merz hatte vor seiner Kanzlerschaft noch scharfe Kritik an genau diesem Missstand geübt und Reformen versprochen. Jetzt, im Kanzleramt angekommen, bricht er dieses Versprechen und lässt die Bundesregierung ein Gesetz beschließen, das die Schieflage nicht auflöst, sondern verschärft.

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg findet in einem Schreiben an ihre Mitglieder deutliche Worte und spricht offen von Unehrlichkeit gegenüber Patientinnen und Patienten. Ärztinnen und Ärzten wird sogar geraten, angesichts drohender Honorarverluste von bis zu 18,8 Prozent schon jetzt über Personalabbau nachzudenken. Die Folge: Bis zu 46 Millionen Arztkontakte könnten laut Berechnungen der Bundes-KV pro Jahr wegfallen. Auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, erklärt im Interview mit NIUS-Politikchef Ralf Schuler, warum am Ende ausgerechnet die Beitragszahler die Zeche für ein Defizit zahlen, das eigentlich der Bund tragen müsste.

Bei NIUS Live analysieren, warum aus einer angeblichen Reform ein finanzieller Kahlschlag wird, wie tief die Kürzungen tatsächlich reichen und was das für Arztpraxen in ganz Deutschland bedeutet.

Bei NIUS Live sprachen die stellv. NIUS-Chefredakteurin Pauline Voss NIUS-Reporter Julius Böhm und Reporter-Legende Waldi Hartmann mit Moderator Alex Purrucker über das Thema.
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