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Wahldesaster in Berlin: Plötzlich gewinnt die AfD in Spandau | Marcel Luthe

8-10-2026, 21:06

Zwei Wochen nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus wurde in einem Spandauer Wahllokal ein falsches Ergebnis entdeckt. Nach der Korrektur gewinnt die AfD statt der CDU das Direktmandat, die Sitze im ganzen Abgeordnetenhaus werden neu berechnet. Marcel Luthe, der die Fehler der Wahl von 2021 aufgearbeitet hat, rechnet mit weiteren: Die Niederschriften seien offenbar noch nicht in allen Wahllokalen geprüft worden. Für wahrscheinlicher als Absicht hält er menschliches Versagen.

Sein Hauptvorwurf: Landeswahlleiter Stephan Bröchler verteile die Sitze nach einer Rundungsregel, die der Senat vor der Wahl aus der Landeswahlordnung gestrichen habe, „ganz geschickt versteckt“ in der Begründung zu einem anderen Paragrafen. Mit der Regel kommt Bröchler auf 153 Abgeordnete, ohne sie sind es nach Luthes Rechnung 183. An den Mehrheiten ändere das nichts. Bestimmt aber die Verwaltung, wer Abgeordneter ist, „dann können wir den Laden abschaffen“.

Am 12. Oktober stellt der Landeswahlausschuss das Ergebnis fest. Korrigiert er den Fehler nicht, will Luthe die Wahl erneut anfechten. Die Wahl von 2021 hatte der Berliner Verfassungsgerichtshof für ungültig erklärt; das Abgeordnetenhaus jener Zeit nennt Luthe ein „Scheinparlament“.
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