Auf unserer Website gibt es keine Cookies und keine Web-Analyse.
Wir sammeln grundsätzlich keine Daten über unsere Leser.

Liebe Leserinnen und Leser,

Patria Germania steht für einen verantwortungsvollen Patriotismus, der Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Ordnung miteinander verbindet. Wir sind überzeugt: Eine lebendige Demokratie braucht offene Debatten, kritisches Denken und den Mut, auch schwierige Fragen anzusprechen.

Wir analysieren politische Entwicklungen, hinterfragen Entscheidungen und widmen uns Themen, die in der öffentlichen Diskussion häufig zu wenig Raum erhalten. Gemeinsam mit unseren Lesern suchen wir nach Antworten für eine starke, freiheitliche und demokratische Gesellschaft.

Patria Germania versteht sich als Plattform für Menschen, die Verantwortung übernehmen, über die Zukunft unseres Landes nachdenken und sich mit eigenen Ideen an der gesellschaftlichen Debatte beteiligen möchten. Wir freuen uns über Beiträge von Autoren, die nicht nur kritisieren, sondern auch nach Lösungen suchen und sich für die Zukunft unserer Heimat engagieren.

Wir laden alle ein, die mit Sachlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und eigenen Ideen zur Gestaltung der Zukunft unseres Landes beitragen möchten.

Was für ein wunderbarer Eid! – Der Amtseid nach Artikel 56 Grundgesetz. Teil I

Think Tank 10-08-2026, 11:51

von Dr. Klaus Maurer

Einleitung

Stellen wir uns einen Geschäftsführer vor, der den Eigentümern seines Unternehmens feierlich verspricht, ausschließlich in ihrem Interesse zu handeln. Er gelobt, den Betrieb zu schützen, seinen Wert zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden. Wenige Jahre später sind die Betriebskosten explodiert, wichtige Produktionsanlagen stillgelegt, die Belegschaft und die Gewinne drastisch reduziert und ein erheblicher Teil des erwirtschafteten Vermögens fließt in Projekte außerhalb des Unternehmens. Gleichzeitig erklärt der Geschäftsführer, all dies geschehe letztlich zum Wohl der Eigentümer der Firma.

Würde sich die Eigentümerversammlung nicht fragen, ob der Geschäftsführer noch alle Latten am Zaun hat? Würde man nicht Rechenschaft verlangen? Würde man nicht wissen wollen, ob die Entscheidungen tatsächlich "alternativlos" waren oder ob der ursprüngliche Auftrag bewußt torpediert und nicht wirklich verfolgt wurde?

Genau diese Fragen stellen heute Millionen Deutsche der politischen Führung in der BRD. Denn Bundespräsident, Bundeskanzler und Bundesminister übernehmen ihre Funktion nicht allein mit einer Unterschrift oder einer Ernennungsurkunde. Sie leisten einen Eid – einen Eid auf das Wohl des deutschen Volkes.

Friedrich Merz nach der Annahme seiner Wahl zum Bundeskanzler. Die Stimmung ist ausgezeichnet. Wenig später folgt der Amtseid: die eigene Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen und Schaden von ihm abzuwenden.
Friedrich Merz nach der Annahme seiner Wahl zum Bundeskanzler. Die Stimmung ist ausgezeichnet. Wenig später folgt der Amtseid: die eigene Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen und Schaden von ihm abzuwenden. Fotograf: Thomas Imo / bundestag.de Bildnummer: 5025200 

Dieser Eid ist weit mehr als eine feierliche Tradition. Er ist ein öffentliches Versprechen. Ein Versprechen, die eigene Kraft dem Nutzen des Volkes zu widmen, Schaden von ihm abzuwenden, das Grundgesetz zu achten und Gerechtigkeit zu üben.

Doch was geschieht, wenn offensichtlich ist, dass zwischen diesem Versprechen und der politischen Wirklichkeit eine wachsende Kluft entstanden ist? Wenn Milliarden ins Ausland fließen, während Brücken im eigenen Lande zerbröseln, Unternehmen mit Bürokratie und Steuerterror ins Ausland getrieben werden, Energie unbezahlbar wird und Rentner nach einem langen Arbeitsleben in Armut versinken und Flaschen sammeln müssen? Was ist ein solches Versprechen wert, wenn Kinderarmut überhandnimmt und der Mittelstand, jahrzehntelang Motor des Wohlstands, gezielt ausgepresst und zerstört wird?

Viele Menschen in unserem Land stellen sich die inzwischen rein rhetorisch gewordene Frage: "Dienen die politischen Entscheidungen der vergangenen Jahre noch dem Maßstab des Amtseides, oder ist das Aufsagen des Eides nur noch ein Ticket, um danach in der Politik machen zu können, was man will, sich die Taschen vollzustopfen, nach dem Motto: "Nach mir die Sintflut‘?“

Wozu überhaupt ein Eid?

Ein Eid ist eine besonders feierliche Bekräftigung einer Erklärung. Derjenige, der einen Eid leistet, erklärt öffentlich, dass er seine Verpflichtungen nach bestem Wissen und Gewissen erfüllen wird. Traditionell wurde der Eid vor Gott abgelegt ("So wahr mir Gott helfe."). Dieser religiöse Zusatz kann gemäß dem Grundgesetz auch weggelassen werden – niemand soll zum religiösen Bekenntnis genötigt werden. Der Kern eines Eides ist also nicht der religiöse Bezug, sondern die feierliche Selbstbindung.

Historisch gab es drei Hauptgründe für Eide.

Zum einen als Frage des Vertrauens. In früheren Jahrhunderten gab es kaum funktionierende Kontrollsysteme. Ein König konnte seine Beamten nicht ständig überwachen, sondern musste ihnen trauen können. Ebenso wollte jeder Heerführer, dass sich seine Offiziere auch in seiner Abwesenheit loyal verhalten. Richter konnten Aussagen oft nicht überprüfen und ein Eid vor Gericht sollte Vertrauen schaffen. Wer einen Eid brach, verlor nicht nur seine Ehre, sondern riskierte – nach damaliger Vorstellung – "Gottes Gericht". Der Eid war also eine Art moralischer Sicherheitsmechanismus.

Zum Zweiten hob ein Eid die persönliche Verantwortung hervor. Der Eid machte deutlich, dass derjenige nicht mehr als "Privatperson" handelt, sondern für ein Amt, welches mit Macht und Verantwortung verbunden ist. Deshalb schwören Richter, Soldaten, Regierungsmitglieder. Der Eid soll dem Betreffenden bewusst machen:

"Von jetzt an stehst Du in einer besonderen Pflicht gegenüber der Gemeinschaft."

Zum Dritten soll der Betreffende seine Haltung klar zum Ausdruck bringen, dass er das Amt über seine eigene – oder eine andere Person stellt. Das ist vermutlich der wichtigste Gedanke.

Der Bundeskanzler schwört deshalb nicht: "Ich werde meiner Partei dienen." oder "Ich werde meiner Regierung dienen.", sondern ausdrücklich: "… meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen …"

Damit wird klar zum Ausdruck gebracht, der Dienst steht über Parteipolitik, persönlichen Interessen oder Karriere. Das Amt gehört der Republik, nicht dem Amtsinhaber.

Die Frage ist: "Warum gibt es den Eid heute noch?" Heute weiß jeder Jurist: "Der Eid ersetzt keine Gesetze, keine Gerichte und keine parlamentarische Kontrolle." Der Eid wird dennoch beibehalten, weil man offenbar davon ausgeht, dass Menschen nicht ausschließlich durch Strafandrohung gesteuert werden. Ein Eid erzeugt moralischen Druck. Er erinnert den Amtsträger ständig daran, welchen Maßstab er sich selbst gesetzt hat.

Deshalb sprechen Juristen von einer "moralischen Selbstbindung". Das funktioniert natürlich nur bei Menschen, die überhaupt ein Gewissen und eine Moral beziehungsweise Moralvorstellungen verinnerlicht haben.

Anhand der unendlich vielen Skandale von Politikern ist es heute offensichtlich, dass – wenn überhaupt – nur die wenigsten Politiker noch moralische Bindungen haben. Vielmehr kommen nur noch die gerissensten und unverfrorensten Lügner in Machtpositionen.

Es erwartet deshalb kaum noch ein Mensch in unserem Land, dass sich Politiker aus moralischen Gründen an einen Eid gebunden fühlen. Die meisten Menschen folgen eher dem Grundsatz:

"Bis zum Beweis des Gegenteils ist jeder Politiker im "BRD"-System ein professioneller Lügner und Betrüger."

Der Amtseid nach Artikel 56 Grundgesetz

"Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde."

Der Wortlaut des Amtseides enthält mehrere eigenständige Verpflichtungen:

  • die gesamte Kraft dem Wohl des deutschen Volkes zu widmen,
  • den Nutzen des deutschen Volkes zu mehren,
  • Schaden vom deutschen Volk abzuwenden,
  • das Grundgesetz zu wahren,
  • die Bundesgesetze einzuhalten,
  • die Amtspflichten gewissenhaft zu erfüllen,
  • Gerechtigkeit gegenüber jedermann zu üben.

Diesen Amtseid leisten Bundespräsident, Bundeskanzler und Bundesminister nach Artikel 56 des Grundgesetzes. Betrachtet man allein den Wortlaut, entsteht der Eindruck einer umfassenden persönlichen Verpflichtung gegenüber den Deutschen. Wer den Nutzen mehren und Schaden abwenden muss, scheint an einem klaren Maßstab gemessen werden zu können.

Aber was geschieht eigentlich, wenn offensichtlich ist, dass Regierungsentscheidungen genau das Gegenteil bewirken – dass wirtschaftlicher Schaden entsteht, Unternehmen aufgeben müssen, der Mittelstand schrumpft, die Staatsverschuldung wächst, Milliardenbeträge ins Ausland fließen oder Deutschland durch außenpolitische Entscheidungen zunehmend in Kriege hineingezogen wird?

Ein Eid, dessen Verletzung niemals gerichtlich festgestellt, noch nicht einmal überprüft werden kann, hat bei Funktionsträgern ohne Moral keinerlei bindende Wirkung.

Natürlich: Zwischen politischer Verantwortung und strafrechtlicher Verantwortung besteht ein grundlegender Unterschied. Aber wenn Schäden gegen die Deutschen offensichtlich sind und Schädigungsabsicht oder Korruption nicht geleugnet werden können, ist das eine ganz andere Situation. An dieser Stelle muss es strafrechtliche Konsequenzen geben!

Milliardenzahlungen ins Ausland

Beispiel: Finanzielle Leistungen der BRD an internationale Organisationen, Entwicklungshilfeprogramme, EU-Finanzierungsinstrumente oder Unterstützungsleistungen für andere Staaten.

Es ist offensichtlich, dass zunächst sämtliche finanziellen Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebensverhältnisse der Deutschen genutzt werden müssen. Dies beinhaltet der Amtseid.

Jeder Euro, der unnötigerweise ins Ausland fließt, steht den Deutschen nicht mehr zur Verfügung. Damit entsteht den Deutschen ein Schaden. Das widerspricht ganz klar dem Amtseid. Das Wohl der Deutschen muss Vorrang haben. Ausnahmen sind unter Umständen Maßnahmen zur Existenzsicherung von Menschen bei außergewöhnlichen Notlagen im Ausland, Katastrophenhilfe, mehr nicht!

Waffenlieferungen an Staaten im Krieg

Waffenlieferungen an Staaten im Krieg, die noch nicht einmal der "NATO" oder der "EU" angehören, führen unmittelbar oder mittelbar dazu, die Deutschen in Kriege hineinzuziehen. Dadurch steigt das Risiko für die Sicherheit der Deutschen. Dies widerspricht der Verpflichtung, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden.

Sozialpolitik und öffentliche Finanzen

Der zweckentfremdete Missbrauch der Mittel der Sozialversicherungssysteme ist klarer Rechtsbruch und widerspricht ebenfalls dem Amtseid, Schaden von den Deutschen abzuwenden.

Ausblick auf Teil II

Im nächsten Teil untersuchen wir, weshalb eine Verletzung des Amtseides nach geltender Rechtslage in der BRD grundsätzlich keine Straftat darstellt, welche Möglichkeiten der verfassungsrechtlichen Gestaltung mit dem gegenwärtigen Grundgesetz tatsächlich bestehen und warum viele Juristen zu diesem Thema eine strukturelle Besonderheit des Grundgesetzes sehen.

Den zweiten Teil dieses Artikels finden Sie unter diesem Link: Was für ein wunderbarer Eid! – Der Amtseid nach Artikel 56 Grundgesetz – Teil II


Für Meinungsvielfalt und offene Debatte.
Wir sind überzeugt, dass eine lebendige Demokratie vom offenen Austausch unterschiedlicher Sichtweisen lebt. Deshalb veröffentlichen wir auf dieser Website neben eigenen Beiträgen auch ausgewählte Artikel und Analysen aus unabhängigen Medien und anderen öffentlichen Quellen. Unser Anliegen ist es, relevante Stimmen, Argumente und Perspektiven zugänglich zu machen – insbesondere solche, die in der öffentlichen Debatte zu wenig Beachtung finden. Die Veröffentlichung eines Beitrags bedeutet nicht automatisch eine vollständige Zustimmung zu dessen Inhalt. Autorinnen und Autoren sind eingeladen, ihre Beiträge durch Kommentare, Aktualisierungen oder ergänzende Stellungnahmen zu erweitern. Wenn Sie Fragen zu einer Veröffentlichung haben oder eine Kontaktaufnahme wünschen, erreichen Sie uns jederzeit per E-Mail.

Kontakt: redaktion@patria-germania.de

Ähnliche Nachrichten

Die WAHLVERLIERER aus SACHSEN-ANHALT wollen sich zusammenschließen, um sich zu überlegen, wie sie die AfD ausbooten können. Doch soweit kommt es gar nicht, weil die CDU prompt das Gesprächsangebot ausschlägt und die BSW (Altpartei) sich ziert. Ein Sauhaufen in Sachsen-Anhalt. Es muss Neuwahlen geben!

Weiterlesen

Deutschlands Energiewende ist eine gigantische Umverteilungsmaschinerie, die weder der Umwelt noch den Menschen etwas bringt. Lobby und Investoren verdienen sich aber eine goldene Nase. Aber es wird weder nachgerechnet noch korrigiert. Der Filz aus Politik und Energiedienstleistern hält eisern zusammen und macht auf Kosten der Allgemeinheit einfach weiter.

Weiterlesen

Warum folgen Menschen bestimmten Führungspersönlichkeiten? Wie entstehen Massenbewegungen? Und weshalb verändern Menschen in einer Gruppe manchmal ihr Denken und Handeln?

Weiterlesen

Ein starker Kontrast zwischen der Politik auf Landesebene, die durch ideologische Barrieren und eigennützige Motive behindert wird, und der kommunalen Regierungsführung, die von sachlichen Argumenten für das Gemeinwohl lebt.

Weiterlesen

In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. Und seit Monaten heißt es: Gewinnt die AfD die absolute Mehrheit in Sachsen-Anhalt, sei die Demokratie in Gefahr.

Weiterlesen

Du denkst, deine Stimme zählt? Schau erst, was mit Leuten passiert, die wirklich was sagen.

Weiterlesen

Eine Reportage über einen Tag auf unserer Sommertour mit Thomas Brauner! Erleben Sie hautnah, was es bedeutet, für ehrliche Berichterstattung und Aufklärung unterwegs zu sein.

Weiterlesen

Eigentlich wollte Friedrich Merz beim Investitionsgipfel in Berlin Milliarden nach Deutschland holen.

Weiterlesen

Stefan Hartung hat die Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema, einer Kreisstadt im sächsischen Erzgebirgskreis, knapp verloren. 52,7 Prozent sprachen sich nach dem vorläufigen Endergebnis für den CDU-Mann Marcus Hoffmann aus, wiederum 47,3 Prozent für Hartung, den Kandidaten der Regionalpartei Freie Sachsen.

Weiterlesen
Calendar
«November 2026»
MoDiMiDoFrSaSo
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30 
Zwischen Systembruch und Souveränität. Teil 6 – Brauchen wir eine NBB für Deutschland?

Braucht Deutschland eine nationale Befreiungsbewegung? Teil 6 untersucht die These, die Bundesrepublik sei bis heute nicht vollständig souverän, und stellt die „Bürgerbewegung für Recht und Freiheit e. V.“ Im Mittelpunkt stehen die Nachkriegsordnung, das Grundgesetz und die Frage, ob sich aus den angeführten völkerrechtlichen Argumenten ein anerkannter Status bei den Vereinten Nationen ableiten lässt.

Zwischen Systembruch und Souveränität. Teil 5 – NBBs in Palästina / Israel / Russische Föderation

Was ist eine nationale Befreiungsbewegung, und wer entscheidet über ihre Legitimität? Im Nahostkonflikt berufen sich sowohl der Zionismus als auch die PLO auf das Recht auf Selbstbestimmung. Teil 5 untersucht, wie unterschiedlich Befreiungsansprüche begründet werden und welche Rolle dabei politische Interessen und internationale Anerkennung spielen.

Zwischen Systembruch und Souveränität. Teil 4 – Gegen Kolonialismus und Apartheid in Afrika, Asien und Amerika

Von Südafrika und Namibia über die Westsahara bis nach Vietnam und Nicaragua: Befreiungsbewegungen kämpften gegen Kolonialherrschaft, Apartheid und politische Unterdrückung. Teil 4 zeigt, wie unterschiedlich ihre Ziele, Strategien und internationale Anerkennung waren – und warum ihr Status bis heute umstritten sein kann.