Auf unserer Website gibt es keine Cookies und keine Web-Analyse.
Liebe Leserinnen und Leser,
Patria Germania steht für einen verantwortungsvollen Patriotismus, der Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Ordnung miteinander verbindet. Wir sind überzeugt: Eine lebendige Demokratie braucht offene Debatten, kritisches Denken und den Mut, auch schwierige Fragen anzusprechen.
Wir analysieren politische Entwicklungen, hinterfragen Entscheidungen und widmen uns Themen, die in der öffentlichen Diskussion häufig zu wenig Raum erhalten. Gemeinsam mit unseren Lesern suchen wir nach Antworten für eine starke, freiheitliche und demokratische Gesellschaft.
Patria Germania versteht sich als Plattform für Menschen, die Verantwortung übernehmen, über die Zukunft unseres Landes nachdenken und sich mit eigenen Ideen an der gesellschaftlichen Debatte beteiligen möchten. Wir freuen uns über Beiträge von Autoren, die nicht nur kritisieren, sondern auch nach Lösungen suchen und sich für die Zukunft unserer Heimat engagieren.
Wir laden alle ein, die mit Sachlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und eigenen Ideen zur Gestaltung der Zukunft unseres Landes beitragen möchten.
Stimmt es, dass EU Dünger aus Russland verbietet, den die USA jetzt günstig kauft?
2-09-2026, 05:22

von Jochen Mitschka
Kurz zusammengefasst: Beides stimmt – aber mit wichtigen Nuancen. Es handelt sich nicht um ein klassisches „Verbot„, sondern um gestaffelte Strafzölle. Und die USA sind tatsächlich zu einem der großen Nutznießer der verdrängten russischen Ware geworden.
Am 22. Mai 2025 billigte das Europäische Parlament (411 zu 100 Stimmen) eine Verordnung, die Zölle auf russische und belarussische Düngemittel schrittweise auf ein prohibitives Niveau anhebt. Zusätzlich zum bestehenden Wertzoll von 6,5 Prozent gilt seit 1. Juli 2025 eine Abgabe von 40 bis 45 Euro pro Tonne, die bis 2028 auf 430 Euro pro Tonne steigen soll. Die EU-Kommission selbst räumt ein, dass das Ziel die faktische Marktverdrängung ist: Ein internes Erläuterungsdokument spricht davon, die Zölle sollten hoch genug sein, um die Einfuhr dieser Güter zu stoppen. Begründet wird das damit, dass Einnahmen aus dem Verkauf russischer und belarussischer Düngemittel direkt den Krieg gegen die Ukraine mitfinanzieren.
Die Wirkung zeigt sich bereits: Laut ICIS-Daten sind die Harnstoff-Importe aus Russland seit Einführung der Zölle im Juli um rund zwei Drittel eingebrochen – von Rekordmengen im Juni 2025 auf nur noch etwas über 100.000 Tonnen im Juli/August.
Wohin die verdrängten Mengen fließen: in die USA
Genau hier wird es interessant. Während Brüssel russischen Dünger aus dem Markt drängt, öffnet Washington faktisch die Tür. Nach Angaben des Progressive Policy Institute sind Russlands Düngemittelexporte in die USA 2025 wieder gestiegen, nachdem sie 2023 und 2024 zurückgegangen waren. Der Grund: russischer Dünger kommt weiterhin zollfrei ins Land, obwohl die Trump-Regierung auf vergleichbare Waren aus verbündeten Staaten Zölle erhoben hat.
Politico Pro bestätigt das mit Blick auf die „reziproken“ Zölle: Russland ist von Trumps reziprokem Zollprogramm ausgenommen, was dem Land gegenüber anderen Düngemittelexporteuren einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Ein Handelsbranchendienst präzisiert das für Harnstoff: Russland wurde 2025 zum größten Lieferanten von Stickstoffdüngern für die USA und eroberte 35 Prozent des Marktes; die Harnstoff-Exporte stiegen um 31 Prozent auf über 1,5 Millionen Tonnen. Grund dafür ist laut dieser Quelle unter anderem, dass russischer Harnstoff nicht von den im April 2025 eingeführten US-Einfuhrzöllen (15 bis 30 Prozent) auf Stickstoffdünger anderer Lieferländer betroffen war.
Der Trend hat sich 2026 fortgesetzt und sogar beschleunigt. Laut Tridge erreichten die US-Düngemittelkäufe aus Russland im März 2026 einen historischen Rekord, mit einem Anstieg der Nachfrage um rund 100 Prozent gegenüber dem Vormonat; im ersten Quartal 2026 stieg die US-Düngemittelrechnung gegenüber Russland um 37 Prozent auf 564,4 Millionen Dollar. Und ganz aktuell, Ende August 2026, meldet Russia Today unter Berufung auf das russische Exportzentrum: die US-Importe russischer Düngemittel stiegen im ersten Halbjahr 2026 um fast ein Viertel; die USA rangieren mittlerweile als drittgrößter Abnehmer russischer Düngemittellieferungen, während Westeuropa trotz rückläufiger Mengen der größte Markt bleibt.
Die Pointe
Der zeitliche Zusammenhang ist auffällig: Genau als die EU ab Juli 2025 begann, russischen Dünger durch Strafzölle unrentabel zu machen, stieg parallel die US-Nachfrage – begünstigt durch Trumps Ausnahmeregelung. Ein nicht verlinkbarer Artikel in einer verbotenen russischen Medienplattform ordnet das explizit ein: die EU begann im Juli 2025 zusätzliche Zölle auf bestimmte russische Stickstoffdünger zu erheben, mit einem Anstieg auf 430 Euro pro Tonne bis 2028 – während im selben Zeitraum die US-Käufe anzogen. Das russische Exportzentrum selbst zieht daraus den Schluss, dass die globale Abhängigkeit der Landwirtschaft von russischen Rohstoffen strikte Handelsverbote insgesamt unrealistisch macht.
Zusammenfassung
Es gibt kein pauschales EU-Verbot, aber ein gezielt prohibitiver Zollpfad, der russischen Dünger aus dem EU-Markt drängen soll. Gleichzeitig hat die Trump-Administration russischen Dünger von genau jenen Zöllen ausgenommen, die sie gegen andere Lieferländer, auch „Verbündete“, verhängt hat – mit dem Ergebnis, dass ein Teil der aus Europa verdrängten Mengen zu vergleichsweise günstigen Konditionen in die USA umgeleitet wird, wo die Importe 2025/26 auf Rekordniveaus gestiegen sind.
Bild: Screenshot von Video über den Vorgang
Pflegekräfte, Ärzte und Beschäftigte im Gesundheitswesen schlagen Alarm: Was bedeutet die Gesundheitsreform der Merz-Regierung für Patienten und unser Gesundheitssystem?
WeiterlesenErstmals findet MaSchu‘s Polit-Talk gleichzeitig online und in Präsenz vor Livepublikum statt, und zwar im Ratskeller, Marktplatz 1, 70173 Stuttgart am Mittwoch, den 08.07.2026 um 20:00 Uhr.
Matthias Schultz‘ Gesprächspartner ist Pastor Marc Messmer, der das Thema „Ideologische Unterwanderung des deutschen Bildungssystems“ seit dessen Anfängen in der 68er-Bewegung beschreibt.
Weiterlesen„Am Ende ist doch Buchenwald möglich“ – mit solchen emotionalen Zitate schockierte Kabarettist Hape Kerkeling den Thüringer Landtag.
WeiterlesenAfD & Medienwandel: Wie Widerstand die politische Realität verändert hat
WeiterlesenWird Deutschland jetzt wieder geteilt? Ist eine neue Mauer schon in Planung im Hintergrund?
WeiterlesenDie Linke triumphiert in Berlin und beansprucht mit Elif Eralp das Rote Rathaus. Doch hinter dem Wahlsieg steht ein klares Programm: massive Enteignungen und Verstaatlichungen von Wohnungen.
WeiterlesenMerz am Tiefpunkt, Weidel gewinnt Bundestagsdebatte. Nachruf auf eine merkwürdige Kanzlerschaft. Trump: Dividende an die Wähler. Schweizer Neutralität für Deutschland
Weiterlesen„Der gefährlichste Mann Deutschlands“, titelt der Spiegel über Ulrich Siegmund – dabei kann so etwas dem AfD-Shootingstar längst nichts mehr anhaben.
WeiterlesenCalendar
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | ||||||
| 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
| 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |
| 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 |
| 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 |
| 30 | ||||||
Werden Sie Teil unserer Community in den sozialen Netzwerken
Braucht Deutschland eine nationale Befreiungsbewegung? Teil 6 untersucht die These, die Bundesrepublik sei bis heute nicht vollständig souverän, und stellt die „Bürgerbewegung für Recht und Freiheit e. V.“ Im Mittelpunkt stehen die Nachkriegsordnung, das Grundgesetz und die Frage, ob sich aus den angeführten völkerrechtlichen Argumenten ein anerkannter Status bei den Vereinten Nationen ableiten lässt.
Was ist eine nationale Befreiungsbewegung, und wer entscheidet über ihre Legitimität? Im Nahostkonflikt berufen sich sowohl der Zionismus als auch die PLO auf das Recht auf Selbstbestimmung. Teil 5 untersucht, wie unterschiedlich Befreiungsansprüche begründet werden und welche Rolle dabei politische Interessen und internationale Anerkennung spielen.
Von Südafrika und Namibia über die Westsahara bis nach Vietnam und Nicaragua: Befreiungsbewegungen kämpften gegen Kolonialherrschaft, Apartheid und politische Unterdrückung. Teil 4 zeigt, wie unterschiedlich ihre Ziele, Strategien und internationale Anerkennung waren – und warum ihr Status bis heute umstritten sein kann.