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Anonyme Quelle widerspricht der offiziellen Darstellung zum Leipzig-Drohnenvorfall

6-09-2026, 19:28

von Thomas Oysmüller

Ein anonymer Mitarbeiter am Flughafen Leipzig schildert den Drohnenvorfall von Anfang August anders als die öffentliche Berichterstattung. Sprengstoff habe die Drohne keine getragen. 

Der ukrainische Oppositionspolitiker und YouTube-Journalist Anatolij Scharij, der in der Ukraine in Abwesenheit wegen Landesverrats verurteilt wurde und im Ausland lebt, berichtet über eine neue Version des Drohnenvorfalls in Leipzig in der Nacht vom 4. auf den 5. August 2026. Seine Quelle bleibt unbenannt und fürchtet um ihren Arbeitsplatz.


Laut Polizei, Landeskriminalamt Sachsen und Medienberichten entdeckte ein Flughafenmitarbeiter (häufig als Busfahrer der PortGround GmbH beschrieben) kurz vor Mitternacht eine kleine Quadrokopter-Drohne im Sicherheitsbereich des Frachtvorfelds nahe der Südpiste. Sie befand sich in unmittelbarer Nähe geparkter ukrainischer Antonow-An-124-Frachtflugzeuge.Überwachungskameras sollen gezeigt haben, dass das Gerät bereits gegen 19:30 Uhr das Gelände überflogen, eine Tragfläche einer Antonow getroffen und danach am Boden gelegen hatte. Ein Sprengsatz mit Semtex und PETN sowie einem defekten oder abgerissenen Zünder war daran befestigt oder lag in der Nähe. Die Ladung explodierte nicht. Entschärfer der Bundespolizei entfernten den Zünder mithilfe eines Roboters.

Der Flughafen ist ein bedeutendes DHL-Drehkreuz und Standort für NATO-Transporte mit Antonow-Maschinen. Innenminister Alexander Dobrindt sprach von einem „hybriden Anschlagsszenario“ und einer neuen Gefahrenqualität. Der Generalbundesanwalt übernahm die Ermittlungen. Später wurden weitere Drohnen in der Umgebung gefunden. Die Politik beschuldigt Russland.

Soweit die offizielle Erzählung. Nun gibt es aber eine Erzählung, die anders klingt.

Scharijs Quelle schildert den Ablauf so: Während der Beladung eines Frachtflugzeugs auf Vorfeld 2 sei eine kleine, günstige Consumer-Drohne nahe an einen Mitarbeiter herangeschwebt. Dieser habe sie mit der Hand zu Boden gedrückt und die Propeller beschädigt. Weder Zünder noch Sprengstoff seien zunächst sichtbar gewesen. Die später veröffentlichten Medienfotos mit explosivem Material neben der Drohne entsprächen nicht dem ersten Eindruck.

Den Mitarbeiter habe zudem irritiert, wie schnell ein Einsatz erfolgte: Innerhalb weniger Minuten seien Polizei, Entschärfer, Feuerwehr, Fernsehteams und schweres Gerät vor Ort gewesen – trotz der Entfernung von Leipzig und der strengen Zugangskontrollen zum Sicherheitsbereich. Seit dem Vorfall seien Polizisten rund um die Uhr am Notausgang an der S8a postiert, wo zuvor gelegentlich Drohnen beobachtet worden seien.

Scharij betont, die Schilderung beweise keine Inszenierung. Sie werfe aber Fragen auf: Zu welcher genauen Uhrzeit erfolgte die Funkmeldung? Wann wurden Einsatzkräfte und Medien alarmiert, und wann trafen sie ein? Wer entdeckte den Sprengstoff zuerst? Existieren Fotos vor dem Eintreffen der Entschärfer? Wie erhielten Journalisten so schnell Zugang?

Er erinnert auch an einen Vorfall vom 1. August 2024, als Aktivisten der „Letzten Generation“ den Zaun durchschnitten und sich auf Rollbahnen geklebt hatten. Der Vorfall zeigte Schwachstellen der Perimeter-Sicherung.

Die Ermittlungen zum August-2026-Vorfall dauern an. Offizielle Stellen halten an der Version einer präparierten Drohne mit militärischem Sprengstoff fest und beschuldigen Russland. Die anonyme Mitarbeiterdarstellung steht dem gegenüber.

Link zur Originalveröffentlichung.

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