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EX-BND-Chef Hanning verhaftet: „Der BND ist ein altes, leckendes Abflussrohr“ | NIUS Live

7-10-2026, 22:37

Ex-BND-Chef August Hanning wurde festgenommen: Es geht um den Verdacht auf Spionage für Aserbaidschan, und aufgeflogen ist die Sache offenbar nur durch Zufall.

Am Dienstag schlagen die Ermittler in Nordwalde bei Münster zu. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen den früheren Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes unter anderem wegen des Verdachts auf landesverräterische Ausspähung, versuchten Landesverrat und geheimdienstliche Agententätigkeit. Fast zeitgleich gibt es einen Zugriff in Bayern: Dort wird Manfred D. festgenommen, 14 Jahre lang Büroleiter mehrerer BND-Präsidenten. Er soll Hanning gegen Geld streng geheime Erkenntnisse geliefert haben, darunter Berichte zum iranischen Atomprogramm, zur russischen Armee und Informationen ausländischer Partnerdienste. Annähernd 2.000 Dokumente sollen bis Juni 2022 geflossen sein. Hanning soll sie für eine private Beratertätigkeit genutzt und an Aserbaidschan weitergegeben haben. Die Beschuldigten gelten bis zu einer Verurteilung als unschuldig.

Entdeckt wurde der mutmaßliche Abfluss nur, weil das Hamburger Landeskriminalamt Hannings Haus und Büros in einem ganz anderen Fall durchsuchte, dem Kindesentführungsfall um die Steakhouse-Familie Block. Dabei stießen die Beamten auf einen Datenträger mit BND-Unterlagen aus Jahren, in denen Hanning längst nicht mehr für den Dienst arbeitete. Hanning bestreitet die Vorwürfe in dem Entführungsfall. Im Mai 2026 eröffnete die Bundesanwaltschaft ein verdecktes Verfahren.

Bei NIUS Live sprachen NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt und DAILY STATEMENT-Chefredakteurin Birgitt Kelle mit Moderator Norbert Dobeleit über das Thema.
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