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Aus nach 150 Jahren: Zum ersten Mal geht eine Firma am CO2-Preis pleite“ I NIUS Live

30-10-2026, 06:29

Nach fast 150 Jahren ist Schluss: Die Pappenfabrik Tullau stellt die Produktion an ihren beiden Standorten in Baden-Württemberg und Bayern ein, rund 100 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Der Grund sind die hohen Kosten für CO2-Zertifikate, für 2025 und 2026 geht es um fast siebenstellige Beträge. Weil die Zertifikate auch im Insolvenzverfahren bevorrechtigt bezahlt werden müssen, findet sich kein Investor. Insolvenzverwalter Tibor Braun spricht beim SWR von einem „sanierungsfeindlichen Gesetz“, das zur Deindustrialisierung der Republik beitrage.

Das Familienunternehmen wurde 1878 gegründet und hat zwei Weltkriege und die Wiedervereinigung überstanden. Nun scheitert es an der CO2-Bepreisung der EU, die rund zehn Prozent der Produktionskosten ausmacht. Für Alexander Kissler ist das ein Anschlag auf den deutschen Mittelstand. Ralf Schuler erinnert daran, dass Friedrich Merz selbst schon die Abschaffung der CO2-Bepreisung ins Spiel gebracht hat, wenn sie der Industrie schadet. Ist die Pleite ein Einzelfall oder ein Warnsignal für den ganzen Mittelstand? Warum hält die EU an einem Instrument fest, das Arbeitsplätze vernichtet? Und wann zieht die Union endlich die Konsequenzen?
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