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Merz-Chaos ohne Ende: SPD jubelt, CDU schüttelt nur noch den Kopf | NIUS Live

24-09-2026, 12:06

Plötzlich klingt die CDU wie die SPD, und Kanzler Friedrich Merz steckt mittendrin. Nach den Wahlniederlagen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin spricht die Union am Montag ausgerechnet über „Gerechtigkeit“, dem Lieblingsthema der Sozialdemokraten. Und der Kanzler stellt in der Pressekonferenz das Nebeneinander von privater und gesetzlicher Krankenversicherung infrage. Bei NIUS Live klären wir, wie es dazu kam und warum die CDU wieder einmal die Scherben einsammeln muss. Nach NIUS-Recherchen wurde im CDU-Bundesvorstand nahezu das Gegenteil von dem besprochen, was Merz später vortrug. Der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, soll vorgeschlagen haben, den Gerechtigkeitsbegriff offensiv zu besetzen: Gerecht ist, wenn Sozialleistungen vor allem die bekommen, die einzahlen, und wenn Leistung sich lohnt. Dafür gab es nach NIUS-Informationen Applaus. Auch Robin Alexander berichtet im Podcast „Machtwechsel“ über die Sitzung. Doch dann ging Merz vor die Kameras und brachte alles durcheinander. Die SPD nimmt die Steilvorlage dankbar an. Fraktionschef Matthias Miersch lobt bei der Fraktionspressekonferenz, dass der Kanzler die Frage überhaupt aufgeworfen hat. Karl-Josef Laumann, den Merz als langjährigen Freund erwähnt, rudert dagegen sichtbar zurück. Dazu kommen Zahlen, die der Union zu denken geben müssten. Nach Befragungen rund um die Wahlen sagen 93 Prozent der abgewanderten CDU-Wähler, Merz habe zu viel versprochen und zu wenig gehalten. 91 Prozent sagen, die Regierung habe sich zu wenig für niedrigere Steuern und Abgaben eingesetzt. In Sachsen-Anhalt sehen 84 Prozent der Befragten viel versprochen und wenig gehalten, und 82 Prozent sagen, die versprochene Entlastung komme nicht. Nächstes Jahr stehen im Saarland, in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen drei weitere Landtagswahlen an. Ist das ein Gerechtigkeitsproblem oder ein Glaubwürdigkeitsproblem?

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