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Die Filter der Wahrnehmung – wie Politik und Medien uns lenken
Think Tank 4-07-2026, 13:14 Politik, Meinungsfreiheit, Medien
von Andreas Funke und Dr. Klaus Maurer
Niemand von uns nimmt die Welt objektiv beziehungsweise direkt wahr. Jeder von uns gelangt durch mehrere "innere Filter", bevor er sich eine Meinung bildet oder ins Handeln kommt. Diese Filter sind ganz normal und für sich genommen erst einmal eine gute Sache. Diese Filter dienen dazu, Informationen auf das Wesentliche zu reduzieren, das Gehirn zu entlasten und schnell, ohne unnötigen Zeitverlust entscheiden zu können. Doch genau diese Filter nutzen Politik und Medien als Schwachstelle, indem sie unsere inneren Filter manipulieren. So können sie unser Denken in bestimmte Bahnen lenken.
1. Erwartungshaltung – die Brille vor der Wahrnehmung
Lange bevor uns eine Nachricht oder eine politische Aussage erreicht, haben wir in uns bereits bestimmte Erwartungen, die durch Erfahrungen, Erziehung, Bildung und vorausgegangene Propaganda bestimmt werden.
Beispiel: Die Medien warnen uns seit Wochen vor einer "drohenden Energiekrise". Wir nehmen nun automatisch jede neue Nachricht mit der Erwartung auf, dass sie uns aktuelle Belege für diese Krise vorweist. Wir sind unweigerlich voreingenommen, bevor uns die Information überhaupt erreicht hat.
Bild: Françoise Foliot / CC-BY-SA 4.0
2. Wahrnehmung – selektiv und gelenkt
Aufgrund der inneren Filter nehmen wir Menschen nicht alles wahr, das würde unser Gehirn überlasten. Der relativ kleine Bruchteil, den wir wahrnehmen, wird durch die Medien stark vorgefiltert. Diese Vorfilterung wird "Agenda-Setting" genannt. Die Medien bestimmen, welche Themen uns besonders "wichtig" erscheinen und welche mehr oder weniger "unsichtbar" bleiben.
Wenn wir über Monate zugemüllt werden mit irrelevanten Themen wie "Klimawandel" oder Gender-Schwachsinn, haben wir diese Themen automatisch im Vordergrund unserer Wahrnehmung. Themen, die stattdessen viel wichtiger sind, jedoch in den Nachrichten nicht erscheinen – wie Fragen nach Krieg, Souveränität, internationalen Verträgen oder inneren Missständen –, gibt es für uns gar nicht.
3. Interesse – was wir wichtig finden sollen
Darüber hinaus wird unser Interesse sehr stark durch Emotionen gesteuert. Politik und Medien verwenden deshalb gezielt Bilder, Symbole oder Schlagzeilen, die starke Emotionen in uns hervorrufen wie Wut, Hass, Angst, Mitleid oder Hoffnung.
Bilder von verletzten oder toten Kindern bewegen uns natürlich viel mehr als nüchterne Statistiken. Unser Interesse und unsere Aufmerksamkeit werden so auf bestimmte Themen gelenkt, während andere untergehen. Das, was von den Medien emotional aufgeladen wird, empfinden wir automatisch als besonders "wichtig" – andere nicht.
4. Bewertung – positiv oder negativ
In einem nächsten Schritt bewerten wir das, was wir wahrgenommen haben, und ordnen es ein: Ist es "gefährlich" oder "harmlos", "richtig" oder "falsch", "gut" oder "schlecht"?
Der Trick besteht nun darin, daß wir von den Medien die Bewertung gleich "mitgeliefert" bekommen. Wer sich für Themen einsetzt, die gewünscht sind, wird als "Aktivist", als "engagiert" oder als "progressiv" bezeichnet; wer sich unbequemen Themen widmet oder dem herrschenden Narrativ widerspricht, wird als "rechts", als "unsolidarisch" oder als "Verschwörungstheoretiker" diffamiert.
Die Bildung eines eigenen Urteils wird uns damit komplett abgenommen. Je nach der Höhe unseres eigenen Bewusstseinsgrades übernehmen wir größtenteils unbewusst die Bewertung der Medien.
In besseren britischen Zeitungen ist es beispielsweise Tradition, dass zunächst dem Leser die reinen Informationen zu einem Ereignis geliefert werden und erst danach ein Kommentar erscheint, der als subjektiver Kommentar des jeweiligen Journalisten explizit gekennzeichnet ist.
In Deutschland gibt es derartiges nicht. Hierzulande ist die Propagandaaussage schon in der Überschrift reißerisch enthalten!
5. Reaktion – Zustimmung oder Aggressivität
Letztendlich werden wir von den Medien zur gewünschten Reaktion gebracht: Da Politik und Medien eine klare Bewertung vorgeben, reagieren wir in aller Regel unbewusst im Sinne der Steuerung:
Dinge, die von den Medien negativ aufgeladen werden, lehnen wir ab. Positiv aufgeladenen Inhalten stimmen wir zu. Hass, Wut, Empörung, Protest oder Abwehr gegenüber "nicht gewünschten" Themen, Zustimmung zu "gewünschten" Auffassungen.
Die Aufladung ist sehr anschaulich an der Bilderwahl zu erkennen. Politiker, die positiv dargestellt werden, deren Bilder werden mit Photoshop positiv bearbeitet, während Politiker, gegen die Hass erzeugt werden soll, diese werden auf Bildern immer mit "grimmigem", "bedrohlichem" oder "wütendem" Gesichtsausdruck dargestellt.
Bei diesem Spiel wird die Gesellschaft auch gespalten. Gesellschaftliche Gruppen werden gegeneinander ausgespielt. Während sich die einen "moralisch überlegen" fühlen dürfen, werden die mit den unliebsamen Ansichten ausgegrenzt und angegriffen. Aggressivität, Wut, Hass oder Angst sind die Folge – und genau das macht Menschen leichter manipulierbar.
Fazit: Die doppelte Filterkette
Jeder von uns hat eine natürliche Filterkette: Erwartung → Wahrnehmung → Interesse → Bewertung → Reaktion.
Politik und Medien steuern unser Denken und Fühlen zu politischen beziehungsweise gesellschaftlichen Themen durch Vorschaltung einer Steuerung.
1. Agenda-Setting (Themenwahl)
2. Framing (Bewertungsvorgaben)
3. Emotionalisierung (Gefühlssteuerung).
Im Ergebnis sehen wir eine kollektive Manipulation: Menschen haben es schwer, ihren Glauben von Wissen zu unterscheiden. Sie glauben am Ende, ihre Meinung selbst gebildet zu haben. Stattdessen werden sie unmerklich gelenkt beziehungsweise gesteuert.
Fragen:
Warum werden in der Berichterstattung Themen in den Vordergrund gestellt, die für uns irrelevant sind, wie "Klimawandel" oder Gender-Schwachsinn etc., und weshalb werden für uns wichtige Themen wie Kriegstreiberei und Kriegsgewinner im eigenen Lande, Souveränität, internationale Verträge oder innere Missstände "unter den Teppich gekehrt"?
Warum werden Information einerseits und subjektiver Kommentar eines Journalisten andererseits nicht (wie in anderen Ländern) getrennt und klar als solche gekennzeichnet?
Wieso verbreiten Medien Hass, Wut oder Empörung und wieso gibt es bei Medien keine strafrechtliche Verfolgung bei Volksverhetzung?
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