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Liefert Deutschland wieder Tod und Verderben in die Welt?
30-06-2026, 11:19 Sicherheit, Internationale Beziehungen, Umwelt, Landwirtschaft

von Jochen Mitschka
Schon länger kursiert der Verdacht, dass die deutsche Firma Bayer in Verbindung mit Chemielieferungen an Israel steht, welche gegen die Bevölkerungen der Gebiete eingesetzt werden, die von Israel besetzt werden. The Cradle berichtet nun davon, dass der deutsche Pharmariese in Verbindung mit weißem Phosphor und Glyphosat stehen soll, welches Israel über dem Libanon einsetzt.
Die Autoren schreiben, dass Israel zuvor gegen Zivilisten international verbotenen weißen Phosphor in dicht besiedelten Gebieten im gesamten Gazastreifen „getestet“ habe, was nun auch im Libanon eingesetzt wird. Eine gemeinsame Untersuchung der deutschen Koordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) und Medico International habe den deutsche Mischkonzern Bayer mit dem großflächigen Einsatz von Glyphosat und weißem Phosphor im Libanon durch das israelische Militär in Verbindung gebracht.
Der Bericht „Cartographies of Destruction: Israel’s War Against Lebanon“ [Kartografien der Zerstörung: Israels Krieg gegen den Libanon] zeichnet die Lieferung von Glyphosat und weißem Phosphor an Bayer nach, der Konzern, der Monsanto 2018 erworben hatte.
CBG-Vertreter Jan Pehrke erklärte: „Es gibt starke Beweise dafür, dass Phosphor, der im Nahostkrieg verwendet wird, von Bayers Glyphosat-Produktionsstätte in Soda Springs in den Vereinigten Staaten stammt.“
„Das libanesische Landwirtschaftsministerium fand lokalisierte Bodenproben mit Glyphosatwerten, die das „normale Niveau um das etwa 20- bis 30-fache“ überstiegen, wobei der libanesische Armeechef die Situation als „Umwelt- und Gesundheitsverbrechen“ bezeichnete. Medico International stellte fest, dass die Verwendung von so krebserregenden Herbiziden die militärischen Werkzeugen eine taktische Doktrin erweitert, die zuvor vom israelischen Militär im Gazastreifen im Jahr 2014 „geprüft“ wurde, und verstößt gegen ein Versprechen des israelischen Militärs aus dem Jahr 2013, die Substanz in besiedelten Gebieten auslaufen zu lassen.
Während der Vorstand von Bayer die Lieferung von Glyphosat direkt an das israelische oder US-Militär während einer Sitzung im April 2026 verweigerte, gab das Gremium keine Ablehnung der Lieferung in Bezug auf Rohstoffe für weißen Phosphor heraus. Dies folgt einer US-Bezeichnung von elementarem Phosphor als kritisch für die „nationale Sicherheit“.“
Der Artikel erklärt, dass Amnesty International darauf hinwies, dass der Einsatz von weißem Phosphor in Gaza seit dem Völkermord nach dem 7. Oktober 2023 begonnen wurde. Human Rights Watch (HRW) habe die Verwendung der Munition seit Oktober 2023 in mindestens 17 libanesischen Gemeinden bestätigt, während unabhängige Forscher über 200 Verwendungen dokumentierten, die zu 600 Bränden führten. Im südlibanesischen Dhayra berichteten Bewohner und medizinisches Personal von neun Zivilisten, die im Oktober 2023 an Atemschäden litten.
Diese Vorwürfe führten dazu, dass das sraelische Militär im April 2026 des „Ökozids“ beschuldigt wurde und meldete 25 Milliarden US-Dollar an Schäden geltend gemacht werden. Dazu gehören die Zerstörung von Tausenden von Hektar Wald und extreme Bodenverschmutzung, die „sowohl die physische als auch die ökologische Landschaft“ des libanesischen Südens umgestalteten.
Ein Bericht, der am 6. Juni von der New York Times (NYT) veröffentlicht wurde, lieferte eine umfangreiche visuelle Dokumentation des israelischen Militärs, das wiederholt weißen Phosphor über besiedelten libanesischen Gebieten einsetzt. Verifizierte Aufnahmen zeigten Rauchspuren und Luftbrüche über besiedelte Gebiete wie Tyre, Nabatieh, Qlayaa, Khiam und Yohmor im Mai 2026.
Die Untersuchung identifizierte in den USA hergestellte M825A1-Artilleriegeschosse, die 116 brennende Filzkeile freisetzen, die in der Lage sind, Feuer über einen Radius von 250 Metern zu entzünden, und oft vom Wind über noch größere Entfernungen getragen werden.
Was macht weißer Phosphor
Weißer Phosphor hat aufgrund seiner extremen Reaktivität mit Sauerstoff und seiner hohen Toxizität verheerende Auswirkungen. Sobald er mit Luft in Berührung kommt, entzündet er sich selbst und brennt mit einer bis zu 1.300 °C heißen Flamme unter dichter Rauchwicklung. Die Folgen für die betroffenen Bereiche gliedern sich wie folgt:
Menschen
- Schwere Verbrennungen: Verursacht tiefe, meist drittgradige Verbrennungen, die sich oft bis auf die Knochen durchfressen.
- Dauerhaftes Brennen: Da weißer Phosphor mit Sauerstoff reagiert, brennt er in Wunden so lange weiter, bis der Sauerstoff entzogen oder die Partikel operativ entfernt werden. Wunden können sich beim Abnehmen von Verbänden neu entzünden.
- Systemische Vergiftung: Wird über die Haut oder Wunden in den Blutkreislauf aufgenommen. Bereits kleinste Mengen, die in den Körper gelangen, wirken hochgradig toxisch und können lebensbedrohliche Zustände hervorrufen.
- Organversagen: Führt nach der Aufnahme zu fatalen Schäden an Leber, Nieren, Herzmuskel und dem zentralen Nervensystem.
- Atemwegsschäden: Das Einatmen der dichten, phosphorhaltigen Dämpfe führt zu Verätzungen der Atemwege, akutem Atemnotsyndrom und potenziell tödlichen Lungenödemen.
Gebäude und Infrastruktur
- Brandkatastrophen: Die herabfallenden, brennenden Partikel setzen zivile Strukturen, Dächer und Fahrzeuge sofort in Brand.
- Schwierige Brandbekämpfung: Diese Feuer lassen sich extrem schwer löschen. Wasser kühlt den Stoff zwar temporär ab, sobald das Wasser jedoch verdampft ist und der Phosphor trocknet, flammt das Feuer erneut auf. Ein effektives Ersticken ist meist nur mit Sand möglich.
- Struktureller Ruin: Durch die extreme Hitzeentwicklung werden selbst robuste Baumaterialien stark beschädigt oder vollständig zerstört.
Tiere
- Identische Verbrennungen: Wild- und Nutztiere erleiden bei direktem Kontakt dieselben qualvollen, tiefen Verbrennungen wie Menschen.
- Tödliche Aufnahme: Weidetiere wie Schafe oder Rinder nehmen verbleibende Phosphorpartikel oft versehentlich über kontaminiertes Gras auf, was zu schnellem innerem Organversagen führt.
- Gefahr für Vögel und Fische: In flachen Gewässern oder Feuchtgebieten lagern sich unverbrannte Phosphorpartikel im Schlamm ab. Wasservögel verwechseln diese mit Nahrung (wie kleinen Steinchen), was zu Massensterben führt. Für Fische ist der Stoff im Wasser akut toxisch.
Landwirtschaftliche Flächen
- Erntezerstörung: Ganze Felder, Olivenhaine und Agrarflächen brennen innerhalb kürzester Zeit unkontrolliert ab.
- Bodenübersäuerung: Bei der Verbrennung entsteht Phosphorpentoxid, das zusammen mit Bodenfeuchtigkeit oder Regen zu Phosphorsäure reagiert. Dies führt zu einer starken Versauerung des Bodens.
- Langzeitkontamination: In tieferen Bodenschichten, in denen Sauerstoffmangel herrscht, reagiert weißer Phosphor nicht ab. Dort kann er über lange Zeiträume chemisch unverändert und hochgiftig im Boden verbleiben.
- Wirtschaftlicher Ruin: Kontaminierte Flächen können über lange Zeiträume nicht mehr bewirtschaftet werden. Ernten sind entweder vernichtet oder aufgrund der Giftkonzentration unverkäuflich.
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