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Gibt es Gewaltenteilung in Deutschland? Oder kontrollieren die Kontrolleure sich selbst?
18-08-2026, 10:34

von Jochen Mitschka
Spätestens seit der Corona-Krise ist vielen Menschen bewusst geworden, dass die Gewaltenteilung eigentlich nur auf dem Papier steht. Und dieses Gefühl basiert auf Fakten.
Die Parteien als Erben der „volonté générale“
Justiz: kontrolliert von denen, die sie kontrollieren soll
Exekutive und Legislative: verschmolzen durch Fraktionsdisziplin
Aus dem freien Mandat werde Fraktionszwang, aus der vorgesehenen Gewaltenteilung zwischen Regierung und Parlament eine faktische Gewaltenverbindung von Regierung und Mehrheitsfraktionen.
Was der Souverän nicht entscheiden darf
Diese Konstruktion wird besonders sichtbar bei den Fragen, die dem Wahlvolk in Deutschland grundsätzlich entzogen sind. Das Grundgesetz sieht auf Bundesebene keinen Mechanismus für Volksabstimmungen vor – mit der einzigen Ausnahme von Artikel 29, der sich auf die Neugliederung des Bundesgebiets beschränkt. Über Krieg und Frieden, also über Auslandseinsätze der Bundeswehr, entscheidet formal der Bundestag im Rahmen des sogenannten Parlamentsvorbehalts. Das klingt nach einer echten Kontrolle – ist es aber nur dann, wenn die Fraktionsdisziplin einmal aussetzt. Da Koalitionsfraktionen ihre Position in aller Regel vor der Abstimmung intern verabreden, ist das Ergebnis häufig entschieden, bevor der Bundestag überhaupt zusammentritt.
Das „Primat der Politik“: Herrschaft auf Zeit gegen den Volkswillen
Die großen historischen Entscheidungen der Bundesrepublik – Merkel nannte explizit die Wiederbewaffnung, die Ostverträge, den NATO-Doppelbeschluss, die Einführung des Euro und die Auslandseinsätze der Bundeswehr – „hatten keine demoskopische Mehrheit, als sie gefällt wurden“. Fast alle diese Weichenstellungen, so die damalige Bundeskanzlerin, „sind gegen die Mehrheit der Deutschen erfolgt“.
Die Aufgabe der Politik sei es in einer repräsentativen Demokratie, so Merkel, Entscheidungen zu fällen und dann innerhalb der Legislaturperiode „für diese Entscheidungen zu werben und damit Meinungen zu verändern“. Man müsse nur lernen, wie viel „Überzeugungskraft gegebenenfalls notwendig ist, um ein wichtiges, notwendiges Projekt durchzusetzen“. Merkel nannte dieses Vorgehen das „Primat der Politik“ und forderte, daran festzuhalten.
„Marktkonforme Demokratie“: Parlamentsrechte als Verhandlungsmasse
Hier muss der Artikel aus Formatgründen enden, aber es gäbe noch viel mehr dazu zu schreiben, z.B. darüber dass es keine Umsetzung der Gebote und Verbote des Grundgesetzes im Strafrecht gibt, wodurch Politiker da facto Immunität gegen Verstöße gegen das höchste deutsche Gesetz erhalten.
Fazit
Bild: Screenshot, über Video, welches DIE THEORIE der Gewaltenteilung beschreibt.
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