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Links oder rechts – ist das hier die Frage? - Versuch einer Einordnung, nicht nur für die jüngeren Generationen!

Think Tank 23-07-2026, 05:56

von Michael Krater

Die aktuelle politische Situation, nicht nur in der BRD, bedingt einen Kampf um die Deutungshoheit wichtiger politischer "Kampfbegriffe", die aber besonders in diesen Landen – aktueller denn je – Wirkung entfalten sollen.

Das deutsche Volk, in seinen Eigenschaften zum größten Teil festgelegt auf die Zeit des Nationalsozialismus, sollte im Rahmen der notwendigen Entnazifizierungsversuche der Besatzungsmächte lernen, sich nicht in politischen Rändern zu bewegen.

Wer oder was sind politische (parlamentarische) Randerscheinungen?

Wer Menschen nur noch als „links“, „rechts“ oder „extrem“ bezeichnet, will sie nicht verstehen – er will sie aus der Debatte entfernen. / René Magritte, La Décalcomanie, 1966. Centre Pompidou, Paris
Wer Menschen nur noch als „links“, „rechts“ oder „extrem“ bezeichnet, will sie nicht verstehen – er will sie aus der Debatte entfernen.
René Magritte, La Décalcomanie, 1966. Centre Pompidou, Paris.

Zunächst ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, welchen Ursprung die Begriffe "LINKS" und "RECHTS" im Parlamentarismus haben.

Die französische Nationalversammlung im 18. Jahrhundert war von der Sitzordnung so aufgebaut, dass die "konservativen" Abgeordneten ganz RECHTS im Parlament Platz gefunden haben und die "progressiven" Abgeordneten ganz LINKS gesessen haben.

Konservativ bedeutet im weitesten Sinne, eine die bisherigen Werte erhaltende politische Vorstellung zu haben.
Progressiv bedeutet im weitesten Sinne, neuen (politischen) Ideen gegenüber aufgeschlossen zu sein.

Während die "Rechten" das Frankreich des 18. Jahrhunderts die Monarchie bewahren wollten, traten die "Linken" für die Abschaffung der Monarchie ein.

Bis hierhin konnte man also klare politische Tendenzen ausmachen: Weg von feudalistischen Herrschaftssystemen und Zuwendung zu republikanischen (theoretisch demokratischen) politischen Verhältnissen.

Im Verlauf der nachfolgenden Geschichte musste diese vereinfachte Begriffsfindung strapaziert werden.
Wegbereiter hierfür waren die Anfänge der Industrialisierung (Manchester-Kapitalismus) in England.
Im Jahr 1848, als die Philosophen Karl Marx und Friedrich Engels das sogenannte "Kommunistische Manifest" veröffentlicht haben, erhielt "progressive Politik" einen Namen und eine neue politische Dynamik, die dann 1863 mit dem Werk von Karl Marx "Das Kapital" ihren Höhepunkt erreichte.

Mit der kommunistischen Idee, Arbeit und Kapital zu vergesellschaften und dadurch absolutistische Feudalherrschaften zu unterbinden, war der Weg frei, sämtliche Aktivitäten zu einer sozialistischen (vereinheitlichten) Gesellschaft als "LINKS" zu bezeichnen.

Die (blutigen) Abschaffungen der Monarchien in Europa ab 1917/1918 mit Ende der 1. Phase des Weltkrieges von 1914 bis 1918 haben nicht dazu geführt, dass die politisch als links bezeichneten kommunistischen und sozialistischen Systeme Oberhand gewonnen hätten. Vielmehr hat sich durch die Einschaltung der kapitalistischen USA in der Phase des Weltkrieges von 1914 bis 1918 ein neuer und gewichtiger Teilnehmer angemeldet, den Krieg zwischen den politischen Systemen führen zu wollen.

1933, mit der verheerenden "Machtübernahme" der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler, wurde spätestens klar, dass mit der Begrifflichkeit "NATIONALSOZIALISMUS" die bisherige "LINKS-RECHTS-VERORTUNG" so nicht mehr stimmen kann.

National zu sein, bedeutet doch im (konservativen) werterhaltenden Sinn, sein Land, seinen Staat, seine Heimat über andere Länder stellen und erhalten wissen zu wollen. Sozialismus wiederum bedeutet doch nichts anderes, als Vergemeinschaftung, Vergesellschaftung von materiellen Werten zu befürworten.

Waren die "Nazis" also RECHTE oder LINKE?

Bevorzugt wird im Duktus der hiesigen medialen "Berichterstattung" der Terminus "RECHTS" und damit werden mittlerweile auch alle Menschen bedient, die sich kritisch gegenüber BRD-Regierungen äußern oder sich einfach nicht irgendein Zeug in den Körper spritzen lassen wollen.

Selbstverständlich existieren hier noch Steigerungsmöglichkeiten!

Setzen Sie nach der (vermeintlichen) politischen Verordnung wahlweise noch ein "radikal" oder "extrem". Informieren Sie sich bitte aber, was diese Begriffe per Definition bedeuten …

Nicht nur wer auf Parteien steht, wird zur Kenntnis nehmen müssen, dass hier zu Lande gerade eine Partei, die nach den Kriterien der Bestimmungen FÜR die BRD ihre Berechtigung hat, mit willkürlich interpretierten Begriffen wie "rechtsextrem" verboten werden soll.

Rechts? Extrem?

Vielleicht hilft für einen möglichen Erkenntnisgewinn noch, den Begriff des FASCHISMUS zu betrachten.

Der (Kampf-)Begriff FASCHISMUS leitet sich aus der italienischen Sprache ab (Fascio) und bedeutet sinngemäß eine Bündelung, eine Konzentration auf "irgendetwas".

Hören Sie heute in die Medien allgemein hinein, finden Sie nicht selten folgende Begrifflichkeiten vor:

Globalfaschisten, Rechtsfaschisten, Linksfaschisten oder auch "nur" Faschisten.

Und dann kommen noch die "Radikalen" oder die "Extremisten" dazu!

Welch' Auswahl, welch' Vielfalt, zu diffamieren!

Und, hören Sie genau hin, wer Ihnen wann welchen Begriff "um die Ohren hauen" möchte.

Lassen Sie sich nicht einschüchtern!

Ich bin ein 1981 anerkannter Kriegsdienstverweigerer und damit – nach dem Gusto der "LINKEN" – einer von ihnen.

Ich liebe allerdings meine Heimat, plädiere für einen souveränen, neutralen deutschen Staat und damit bin ich in der BRD gefangen, ein sogenannter RECHTER zu sein.

In den jeweiligen Ausprägungen der gewünschten Steigerungsmöglichkeiten.


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