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Steuerreform tot, Rentenreform tot, Kanzler erledigt? Der Aufstand in der eigenen Partei gegen Friedrich Merz wird immer größer.

11-08-2026, 10:06

Die „Brandmauer“ bröckelt weiter, dieses Mal in der Wirtschaft. Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), räumt offen ein: Mit dem Prinzip Brandmauer gegen die AfD kann er nichts anfangen. Gemeinsam mit Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger habe er sich lange darüber ausgetauscht. Das Ergebnis: eine klare Absage an die Ausgrenzungsstrategie.

Auf die direkte Frage, ob er mit AfD-Chefin Alice Weidel spreche, bleibt Kampeter vage: Er habe das Gespräch mit ihr „nicht gesucht“ – gesucht, nicht ausgeschlossen. Was das genau bedeutet, sorgt in unserer Studiorunde für hitzige Diskussion. Klar ist: Kampeter redet mit allen, „die mit uns den Dialog suchen und die in unsere Veranstaltungen kommen, die uns schreiben.“

Hintergrund seines Kurswechsels ist die wirtschaftliche Lage in Deutschland, die Kampeter in düsteren Farben zeichnet. Seit sieben Jahren bewege sich die Wirtschaft seitwärts, pro Monat würden etwa 15.000 Arbeitsplätze im gewerblichen Bereich abgebaut. Die einzigen wachsenden Bereiche: Pflege, öffentliche Verwaltung und Bürokratie – finanziert aus Steuern und Sozialabgaben. Kampeter fordert von der Politik mutige Reformen bei Bürokratie, Arbeitskosten und Energiepreisen, sonst drohe Deutschland eine echte Jobkrise.

Wir ordnen ein: Ist das der viel zitierte „Dammbruch“ in der deutschen Wirtschaftspolitik? Öffnet sich hier ein neues Kapitel im Verhältnis zwischen Wirtschaft und AfD? Und was steckt hinter dem Vorwurf, Unternehmen hätten sich in den vergangenen Jahren selbst zu Zensoren gemacht?

Bei NIUS Live sprachen die stellv. NIUS-Chefredakteurin Pauline Voss, NIUS-Reporter Julius Böhm und Reporter-Legende Waldi Hartmann mit Moderator Alexander Kissler über das Thema.
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