Auf unserer Website gibt es keine Cookies und keine Web-Analyse.
Wir sammeln grundsätzlich keine Daten über unsere Leser.

Steffan Nethe: Ceuta war keine Warnung – Ceuta ist die Realität

Think Tank Gestern, 08:04

von Steffan Nethe

Vor zwei Wochen habe ich an dieser Stelle über Ceuta geschrieben. Damals ging es um die Frage, was passiert, wenn Europa seine Außengrenzen nicht mehr wirksam schützt und illegale Migration faktisch hinnimmt.

Heute zeigt sich: Die Lage hat sich nicht entspannt, sie verschärft sich.

Die WELT berichtet inzwischen von einer „nahezu völligen Untätigkeit“ der spanischen Migrationspolitik. Experten warnen, dass die nächste Krise nur eine Frage der Zeit sei. Gemeint ist die Entwicklung rund um Ceuta, also jener spanischen Exklave an der nordafrikanischen Küste, die längst zu einem Symbol für Europas Kontrollverlust geworden ist.

Die Folgen sind sichtbar: Immer mehr Menschen erreichen die spanischen Außengrenzen. Kommunen geraten an ihre Belastungsgrenzen. Sicherheitsbehörden schlagen Alarm.

Wer europäischen Boden erreicht, bewegt sich früher oder später innerhalb des Schengen-Raums weiter. Deutschland gehört seit Jahren zu den wichtigsten Zielländern. Entscheidungen, die in Madrid getroffen werden, haben deshalb unmittelbare Auswirkungen auf Berlin, Hamburg oder München.

Migration ist keine nationale Herausforderung. Sie ist eine europäische.

Deshalb reichen Verteilungsschlüssel und neue Aufnahmeprogramme längst nicht mehr aus. Europa braucht einen wirksamen Schutz seiner Außengrenzen, schnelle Asylverfahren und konsequente Rückführungen. Gleichzeitig muss die Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitstaaten deutlich intensiviert werden. Dazu gehört auch der Aufbau von Aufnahme- und Rückführungszentren außerhalb Europas, etwa in Ruanda. Genau über solche Modelle verhandelt Deutschland inzwischen gemeinsam mit mehreren europäischen Staaten.

Die Bürger erwarten konsequentes Handeln. Jede Regierung, die illegale Migration nicht wirksam begrenzt und abgelehnte Asylbewerber nicht konsequent zurückführt, verschärft die Probleme weiter. Die Zeit des Zögerns muss vorbei sein.

Ceuta ist kein spanisches Problem. Ceuta ist eine europäische Warnung. Und wenn Europa seine Außengrenzen nicht endlich schützt, wird Deutschland die Folgen stärker zu spüren bekommen als jedes andere Land Europas.


Für Meinungsvielfalt und offene Debatte.
Wir sind überzeugt, dass eine lebendige Demokratie vom offenen Austausch unterschiedlicher Sichtweisen lebt. Deshalb veröffentlichen wir auf dieser Website neben eigenen Beiträgen auch ausgewählte Artikel und Analysen aus unabhängigen Medien und anderen öffentlichen Quellen. Unser Anliegen ist es, relevante Stimmen, Argumente und Perspektiven zugänglich zu machen – insbesondere solche, die in der öffentlichen Debatte zu wenig Beachtung finden. Die Veröffentlichung eines Beitrags bedeutet nicht automatisch eine vollständige Zustimmung zu dessen Inhalt. Autorinnen und Autoren sind eingeladen, ihre Beiträge durch Kommentare, Aktualisierungen oder ergänzende Stellungnahmen zu erweitern. Wenn Sie Fragen zu einer Veröffentlichung haben oder eine Kontaktaufnahme wünschen, erreichen Sie uns jederzeit per E-Mail.

Kontakt: redaktion@patria-germania.de

Ähnliche Nachrichten

Mutmaßliche Anwerbeversuche von AfD-Mitgliedern am helllichten Tag, nicht zugelassene Landratswahlen aufgrund vermeintlich verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse und erweiterte Befugnisse – die Schlagzeilen über den Verfassungsschutz häufen sich.

Weiterlesen

„Wenn Sie ein Unternehmen so führen würden, wie der Kanzler das Land regiert, wären Sie längst gefeuert.“ 

Weiterlesen

Angriffe auf CSDs, Beleidigungen im Alltag: Viele queere Menschen sagen, wie sicher sie sich fühlen, hätte sich bundesweit in den letzten Jahren verändert. 

Weiterlesen

Nun werden Merz und die gesamte Bundesregierung vor Gericht gezogen!

Weiterlesen

Die EU will alles über ihre Bürger wissen, die Bürger sollen aber nix mehr über ihre Vorturner wissen. Deshalb wurde jetzt einerseits die Chatkontrolle beschlossen und das Briefgeheimnis abserviert. 

Weiterlesen

Am Wochenende fand in Erfurt (Thüringen) der Bundesparteitag der AfD statt. Er wurde nicht nur mit Spannung erwartet, weil dort ein neuer Bundesvorstand gewählt wurde, sondern auch, weil Linksextremisten massive Proteste angekündigt hatten.

Weiterlesen

Rund 5.000 Ärzte wurden einer Schätzung zufolge während der Corona-Zeit – und teils bis heute – in Deutschland juristisch verfolgt – wegen „Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse“, etwa zur Maskenbefreiung. Ein Blick in die Urteile zeigt, dass die Gerichte sich dabei regelmäßig auf NS-Rechtsprechung aus dem Jahr 1940 stützen.

Weiterlesen

Mit welch menschenverachtenden Methoden Kliniken in der Ukraine im Bereich Leihmutterschaft arbeiten, berichtet Lukas Steinwandter, Chefredakteur des christlichen Onlinemagazins „Corrigenda“.

Weiterlesen
Souveränität beginnt mit der Fähigkeit, Nein zu sagen

Durch wessen Augen sieht Deutschland die Welt – und wer bestimmt, was als deutsches Interesse gilt? Sieben Parteien, eine Frage – und sieben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was deutsche Souveränität heute überhaupt bedeutet. Der Vergleich zeigt: Gestritten wird längst nicht nur darüber, wie selbständig Deutschland ist. Umstritten ist bereits, wer im entscheidenden Augenblick das letzte Wort haben soll – Berlin, Brüssel oder das Bündnis.

Wenn der Wähler die „Falschen“ wählt: Sachsen-Anhalt und die Grenzen der Demokratie

Am 6. September könnte Sachsen-Anhalt zum politischen Testfall für die Bundesrepublik werden. Die AfD liegt in den Umfragen bei über 40 Prozent, und die Möglichkeit einer von ihr geführten Landesregierung ist längst nicht mehr theoretisch. Doch während die Wähler noch nicht abgestimmt haben, bereiten sich Berlin und andere Länder bereits auf genau diesen Fall vor: Wie gehen staatliche Institutionen mit einer demokratisch legitimierten Landesregierung um, der sie politisch und sicherheitspolitisch womöglich nicht zu vertrauen bereit sind?

Der Thüringer Knoten: Vier Akteure und die Grenzen der Brandmauer

In Thüringen geht es längst nicht mehr nur um Mario Voigts Doktortitel oder um den öffentlichen Schlagabtausch zwischen Sahra Wagenknecht und Björn Höcke. Der Konflikt berührt eine grundsätzlichere Frage: Wer bestimmt in einer parlamentarischen Demokratie, welche Mehrheiten politisch zulässig sind – die Wähler oder die Parteizentralen? Im Zentrum stehen vier Akteure, vier Interessen und eine Parteienordnung, die zunehmend mit ihren eigenen Abgrenzungsregeln in Konflikt gerät.