Auf unserer Website gibt es keine eigenen Cookies und keine Web-Analyse.
Wir sammeln grundsätzlich keine Daten über unsere Leser.
Ausnahme: Bei den eingebetteten YouTube-Videos entscheiden Sie
selbst per Klick, ob Sie Daten freigeben möchten.
Details hierzu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ohrfeige für Merz: Gefeuerter Minister wird gefeiert wie ein Held | NIUS Live

31-07-2026, 06:29

Es hätte ein Befreiungsschlag werden sollen, geworden ist es ein Offenbarungseid. Bei der Sondersitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sollte Kanzler Friedrich Merz die Wogen glätten. Stattdessen zeigt sich: Der Frust an der Basis ist gewaltig, und die Union steht so schlecht da wie nie zuvor in ihrer Geschichte.

Immerhin ein Lichtblick für Merz: Thorsten Frey wird mit sensationellen 91,9 Prozent zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt und löst damit Jens Spahn ab, der nach der Leihmutteraffäre stürzte. Doch der wahre Paukenschlag folgt kurz danach. Die Verabschiedung des gefeuerten Verkehrsministers Patrick Schnieder gerät zum Triumphzug. Minutenlanger Jubel für den Mann, den der Kanzler geschasst hat. Eine Ohrfeige, die im ganzen Land zu hören war.

Merz selbst spricht von einer „fairen und respektvollen Aussprache“ mit 15 Wortmeldungen. Doch was Insider berichten, klingt anders: Die Stimmung sei „unterirdisch“, ein CDA-Chef Dennis Radke vergleicht die Lage sogar mit der Spendenaffäre unter Helmut Kohl und damit mit jenem Ereignis, das einst das Ende einer Kanzlerschaft einläutete. Und CSU-Chef Markus Söder? Der sticheln lässt es sich nicht nehmen und bringt ausgerechnet Jens Spahn als möglichen Comeback-Kandidaten ins Spiel.

Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache: Laut Forsa würden aktuell nur 15 Prozent aller Wahlberechtigten die Union wählen – der schlechteste Wert der Bundesrepublik-Geschichte. In Sachsen liegt die AfD bei 42 Prozent, die Union nur noch bei 21 Prozent. Merz selbst räumt ein: Die Union repräsentiere die gesellschaftliche Mitte nicht mehr.

Ist der Kanzler nur noch ein Kanzler auf Abruf? Wie tief sitzt der Riss zwischen den Lagern in der Union? Und was bedeutet das für die Sommerpause?

Bei NIUS Live sprachen die stellv. NIUS-Chefredakteurin Pauline Voss und NIUS-Reporter Alexander Kissler mit Moderator Nobert Dobeleit über das Thema.
Ähnliche Nachrichten

Ein deutscher Reporter fragte bei Selenskyjs Besuch in Belgrad ganz offen, was sich die Presse seit Jahren denkt. Ein neuer Tiefpunkt.

Weiterlesen

Nach dem linken Anschlag auf das Berliner Stromnetz, der bereits ein Todesopfer gefordert hat, ist für BÜNDNIS DEUTSCHLAND (BD) die Unfähigkeit des Berliner Senats und des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf nicht mehr zu überbieten. „Hier hilft nur noch die politische Abrissbirne“, sagt der stellvertretende Parteivorsitzende Carsten Schanz.

Weiterlesen

Friedrich Merz hält seine Regierungserklärung und unsere Parteivorsitzende Amira Mohamed Ali schaut ganz genau hin. Während viele Bürger unter steigenden Preisen, Wohnungsnot, Arbeitsplatzsorgen, einem kriselnden Gesundheitssystem und der Angst vor Altersarmut leiden, zeichnet der Bundeskanzler das Bild eines erfolgreichen Deutschlands voller Wachstum und Erfolgsgeschichten. Hat der Kanzler den Bezug zur Lebensrealität der Menschen endgültig verloren?
 

Weiterlesen

TRAUNSTEIN – Am Sonntag, den 3. Mai 2026, fand in Traunstein der Patronatstag der Bayerischen Gebirgsschützen statt. Auch der Südtiroler Schützenbund war bei diesem bedeutenden Festtag vertreten: Landeskommandant Christoph Schmid nahm mit einer Abordnung des SSB und der Bundesfahne an den Feierlichkeiten teil.

Weiterlesen

Die einen Autototen führen zur Staatstrauer, die anderen werden vergessen. Die einen Kriege werden verdammt, die anderen vergessen. Ein Wal soll aufwändig gerettet werden, während zur selben Zeit viele andere massakriert, aber vergessen werden. Das sind drei für viele Beispiele, die zweierlei Maß zeigen. Die unterschiedliche Bewertung des eigentlich Ähnlichen folgt ideologischen Zielen, nämlich Macht und Profit.

Weiterlesen

CSD-Anschlag, das Merz-Versagen und deutsche Doppelmoral: Eine schonungslose Analyse

Weiterlesen

Offizielle Beteuerungen über hohen Kampfgeist prallen auf die Realität von Feldlazaretten und Videos von gewaltsamen Einberufungen auf den Straßen Kiews. 

Weiterlesen

Die Mathematik der Lüge: Wie die CDU die „demokratische Mitte“ neu erfindet

Weiterlesen

Rücktritt von Jens Spahn vom Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: Der Politikchef der Plattform „Nius“, Ralf Schuler, beschreibt die Lage in der Union...

Weiterlesen
Souveränität beginnt mit der Fähigkeit, Nein zu sagen

Durch wessen Augen sieht Deutschland die Welt – und wer bestimmt, was als deutsches Interesse gilt? Sieben Parteien, eine Frage – und sieben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was deutsche Souveränität heute überhaupt bedeutet. Der Vergleich zeigt: Gestritten wird längst nicht nur darüber, wie selbständig Deutschland ist. Umstritten ist bereits, wer im entscheidenden Augenblick das letzte Wort haben soll – Berlin, Brüssel oder das Bündnis.

Wenn der Wähler die „Falschen“ wählt: Sachsen-Anhalt und die Grenzen der Demokratie

Am 6. September könnte Sachsen-Anhalt zum politischen Testfall für die Bundesrepublik werden. Die AfD liegt in den Umfragen bei über 40 Prozent, und die Möglichkeit einer von ihr geführten Landesregierung ist längst nicht mehr theoretisch. Doch während die Wähler noch nicht abgestimmt haben, bereiten sich Berlin und andere Länder bereits auf genau diesen Fall vor: Wie gehen staatliche Institutionen mit einer demokratisch legitimierten Landesregierung um, der sie politisch und sicherheitspolitisch womöglich nicht zu vertrauen bereit sind?

Der Thüringer Knoten: Vier Akteure und die Grenzen der Brandmauer

In Thüringen geht es längst nicht mehr nur um Mario Voigts Doktortitel oder um den öffentlichen Schlagabtausch zwischen Sahra Wagenknecht und Björn Höcke. Der Konflikt berührt eine grundsätzlichere Frage: Wer bestimmt in einer parlamentarischen Demokratie, welche Mehrheiten politisch zulässig sind – die Wähler oder die Parteizentralen? Im Zentrum stehen vier Akteure, vier Interessen und eine Parteienordnung, die zunehmend mit ihren eigenen Abgrenzungsregeln in Konflikt gerät.