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SHB trauert um Dr. Josef „Pepi“ Fontana: Ein aufrechter Tiroler ist von uns gegangen

Südtiroler Heimatbund 6-06-2026, 15:41 Geschichte, Persönlichkeiten

Mit Dr. Josef „Pepi“ Fontana verliert Südtirol einen seiner letzten lebenden Freiheitskämpfer der 1950er- und 1960er-Jahre, einen bedeutenden Historiker und einen unbeirrbaren Kämpfer für die Rechte seiner Tiroler Heimat.

Josef Fontana wurde 1937 im Unterlandler Hauptort Neumarkt geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er das Handwerk des Malers und Anstreichers. Bereits früh schloss er sich dem Befreiungsausschuss Südtirol (BAS) an und gehörte zum engsten Umfeld von Sepp Kerschbaumer. „Wie viele seiner Generation konnte er die fortdauernde Benachteiligung der deutschen und ladinischen Volksgruppen in Südtirol nicht hinnehmen“, berichtet SHB-Obmann Lang.

1961 wurde Fontana im Zuge der Feuernacht verhaftet. Im Mailänder Südtirolprozess wurde er in erster Instanz zu 10 Jahren und 8 Monaten Haft, in zweiterer Instanz zu 9 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. „Die Häftlinge mussten unter schwierigsten hygienischen Verhältnissen leben; Pepi Fontana erkrankte während seiner Haft schwer an Tuberkulöse. Doch selbst Krankheit und Gefangenschaft konnten seinen Willen nicht brechen“.

Fontana gehörte zu jener Generation von Südtirolern, die persönliche Opfer auf sich genommen hat, damit unser Land seine Eigenheit bewahren konnte. Für seinen Einsatz hat er einen hohen Preis gezahlt. Die Jahre im Gefängnis nutzte er zur geistigen Weiterbildung und bereite sich auf die Matura vor, legte sie ab und begann nach seiner Entlassung ein Studium der Geschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität Innsbruck, wo er 1977 zum Doktor der Philosophie promovierte.

Damit begann sein zweites großes Lebenswerk. Da er als „Vorbestrafter“ nicht Lehrer werden konnte, war er von 1977 bis 1999 am Südtiroler Kulturinstitut tätig. Als Historiker veröffentlichte er zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zur politischen und kulturellen Geschichte Tirols. Dabei galt sein Forschungsinteresse der Zeit zwischen 1800 und 2000.

„Fontana blieb zeitlebens seinen Überzeugungen treu. Er bekannte sich offen zu seiner Tiroler Heimat, zu seinen geistigen Wurzeln und zur Geschichte seines Landes. Als Historiker und Zeitzeuge setzte er sich intensiv mit dem Freiheitskampf und dessen Bedeutung für die Entwicklung der Autonomie Südtirols auseinander“; so Lang.

Mit Josef Fontana, der im 89. Lebensjahr stand, verliert unsere Heimat eine prägende Persönlichkeit, einen engagierten Wissenschaftler und einen der letzten Vertreter jener Generation, die den Freiheitskampf aus eigener Erfahrung kannte. „Sein Leben steht für Standhaftigkeit, Mut, Kompromisslosigkeit und Treue zu Tirol. Der Südtiroler Heimatbund wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Wir sprechen den Angehörigen, Freunden und Weggefährten unser aufrichtiges Mitgefühl aus“, schließt SHB-Obmann Lang.

Für den Südtiroler Heimatbund

Roland Lang

Link zur Originalveröffentlichung.

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