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Kehrerbrücke: Liktorenbündel dürfen nicht wieder angebracht werden
STEGEN/BRUNECK – Die Kehrerbrücke in Stegen wird derzeit neu errichtet. An der bisherigen Brücke befanden sich faschistische Liktorenbündel – das zentrale Machtsymbol des italienischen Faschismus. Nun steht im Raum, dass dieses Symbol an der neuen Brücke erneut angebracht werden soll.
Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage: Sind faschistische Symbole weniger problematisch oder gar erhaltenswerter als nationalsozialistische? Für die Tiroler südlich des Brenners deutscher und ladinischer Muttersprache sind sie ein historisches Zeichen der Unterdrückung und eine ständige Erinnerung an das Unrecht des faschistischen Regimes.
Aus Respekt vor den Opfern des Faschismus ruft der Schützenbezirk Pustertal die Stadtgemeinde Bruneck dazu auf, diese Symbole nicht wieder anzubringen. Ein demokratischer Rechtsstaat sollte sich klar von totalitären Symbolen distanzieren – unabhängig davon, aus welcher Ideologie sie stammen.
Man darf sich fragen, welcher öffentliche Aufschrei durch Medien und Politik ginge, würde es sich um ein nationalsozialistisches Symbol handeln, das über Jahre hinweg an einer Brücke angebracht war und nun erneut installiert werden sollte.
Während sich einzelne politische Vertreter bereits durch den historischen Namen Tirol oder durch eine Tiroler Fahne provoziert fühlen – beides seit Jahrhunderten identitätsstiftende Bestandteile unseres Landes – sollen Symbole eines diktatorischen Regimes im öffentlichen Raum weiterhin präsent bleiben?
Ist das das Verständnis einer modernen Demokratie?
Mjr. Thomas Innerhofer
Bezirksmajor Pustertal
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