Auf unserer Website gibt es keine Cookies und keine Web-Analyse.
Wir sammeln grundsätzlich keine Daten über unsere Leser.

"Unabhängig": Das sind die Experten des neuen AfD-Verbotsgutachtens

30-06-2026, 20:50 Politik

Symbolbild Mann von Info-DIREKT mit KI erstellt; Bildkomposition: Info-DIREKT

Ein neues Gutachten will die Debatte um ein AfD-Verbotsverfahren anfachen. Die Mainstreammedien springen auf den Zug auf. Die Experten der Studie werfen aber Fragen auf.

Ein Bericht von Karl Sternau

Die „Gesellschaft für Freiheitsrechte“ (GFF) legte vor wenigen Tagen ein über 3000-seitiges Gutachten vor, dass zu einem eindeutigen Schluss kommt:

„Die AfD ist nachweislich verfassungswidrig.“


Darüber hinaus betonten die Autoren, dass ein Verbotsverfahren gegen die größte Oppositionspartei der BRD „mit großer Wahrscheinlichkeit erfolgreich“ sein würde.

Spendenfinanziert

Nach eigenen Angaben wurde das Gutachten „vollständig unabhängig und durch private Spenden von über 20.000 Menschen“ finanziert. Unterstützung gab es aber auch von den bekannten Organisationen, wie der „Demokratie-Stiftung Campact“, dem extrem linken Blog „Volksverpetzer“ oder dem „Postmigrantischer Jurist*innenbund“.

Die Experten

Wie die Tagesschau betont, haben „acht Experten für Verfassungsrecht, Rechtsextremismus, Recherche und Datenanalyse […] 13 Monate lang gearbeitet“, um die Studie zu erstellen. Wer einen Blick auf die Autoren und Mitarbeiter des Teams wirft, dem überrascht das Ergebnis der "unabhängigen" Studie nicht:

Bijan Moini publizierte 2025 den Roman „2033“, in dem eine rechtsradikale Partei namens „Aufstand“ (die augenscheinlich eine Abwandlung der AfD sein soll) die Regierung übernommen und ein autoritäres Regime errichtet hat.

Valentina Chiofalo veröffentlichte 2023 einen Beitrag mit der Überschrift „Weil wir dich fürchten. Rassistische Fahrkartenkontrolle bei der BVG vor Gericht“. Sie ist zudem Doktoranden an der Freien Universität Berlin mit den Schwerpunkten Verfassungsrecht, Europarecht feministische Rechtswissenschaft.

Jonas Deyda schrieb 2024 einen Artikel beim „Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e.V.“ (RAV) mit dem Titel „Zur Verteidigung der Republik. Warum der RAV sich für ein Verbot der AfD einsetzen sollte“. Der RAV finanzierte das Gutachten des GFF übrigens mit.

Helen Greiner schrieb 2023 davon, dass drei Redens Björn Höckes dem „Typus der faschistischen Agitation“ entsprechen würden. Sie ist Autorin der ZEIT und der „Jungle World“.

Patrick Wielowiejski arbeitet zu Anthropologie des Politischen sowie Rechtsanthropologie, die Gender und Queer Studies und die (Rechts-) Populismusforschung an der Humboldt-Universität in Berlin. 2024 schrieb er über „Schwul, nicht queer. Wieso Queerfeindlichkeit und Homosexuelle in der AfD kein Widerspruch sind“. Er war außerdem Stipendiat der grünen Heinrich-Böll-Stiftung.

Hannah Katinka Beck schrieb 2024 an einem Artikel über antimuslimischen Rassismus in der deutschen Rechtspflege mit, in dem „Quotenregelungen zur Besetzung von staatlichen Ämtern und Rassismus-Awareness-Fortbildungen für Richter*innen“ gefordert wurden.

Viktor Böse hat im Bereich Öffentlichkeitsarbeit für die Grünen in Brandenburg gearbeitet.

Ob diese Gruppe mit diesen politischen Hintergründen und Lebensläufen wirklich „unabhängig“, ergebnisoffen und frei von eigenen Interessen gearbeitet hat, darf bezweifelt werden.

Keine Angst vorm Verbot

Ein Verbotsverfahren gegen die AfD würde aber ohnehin Jahre dauern und vermutlich scheitern. Da können noch so viele Studien von linken Experten erstellt werden. Für die AfD bleibt aus meiner Sicht die Gefahr der Einhegung wesentlich präsenter als ein Verbot.

Link zur Originalveröffentlichung.

Ähnliche Nachrichten

Zur Verabschiedung des sogenannten Bau-Turbos im Bauausschuss erklärt der Vorsitzende der SSW-Ratsfraktion Kiel, Ratsherr Marcel Schmidt:

„Der Wohnraummangel ist eines der drängendsten Probleme in Kiel. Zu wenig Wohnungen, lange Planungsverfahren und hohe Baukosten sorgen dafür, dass dringend benötigter Wohnraum nicht schnell genug entsteht. Vor diesem Hintergrund ist es richtig und notwendig, neue Instrumente zu nutzen, um Verfahren zu beschleunigen und den Wohnungsbau voranzubringen. Genau hier setzt der sogenannte Bau-Turbo an, der nun im Bauausschuss beschlossen wurde – ein wichtiger Schritt, um Bewegung in festgefahrene Prozesse zu bringen

Weiterlesen

Wer die Wahrheit nicht hören will, der muss sie mit großen Worten bekämpfen. Es geht aber um unsere Heimat Südtirol, deshalb können wir zu den Vorwürfen der Südtiroler Volkspartei gegen die Aussagen des SHB nicht schweigen, so Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes. So wie die SVP den Südtirolern vor Jahrzehnten das Bild der weltbesten Autonomie vorgaukelte, spricht sie jetzt bei der Autonomiereform großspurig von der „bedeutendsten Weiterentwicklung unseres Statuts seit Jahrzehnten“.

Weiterlesen

Wir bringen einen Mitschnitt eines Vortrags von Felix Feistel mit dem Titel „Next Level – ein Gedankenexperiment“, gehalten am 19. Juni im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Debattenraum“. 

Weiterlesen

Rentenräuber Merz: Milliarden für Ukraine, Krieg und Asylanten, aber kein Geld für die Pensionierten. Kult um Selenskyj: Brandgefährlich, unerträglich

Weiterlesen

Harald Martenstein ist einer der bekanntesten Kolumnisten des Landes. Im Cicero Podcast spricht er über seine viral gegangene Rede beim Prozess gegen Deutschland, die Brandmauer und die schlechte Stimmung in der Bevölkerung. 

Weiterlesen

An diesem Samstag gab es in Erfurt Tote, und das ganze Land schaut wieder auf ein Schauspiel, das man uns aufzwingt. Während die politische „Elite“ und die gleichgeschalteten Medien das Bild des absoluten Bösen über die AfD malen, lade ich euch ein, die Dinge etwas breiter zu betrachten.

Weiterlesen

Wir haben den Landesvorsitzenden der „Libertären“ aus Sachsen-Anhalt mitten auf einer Demo getroffen. Er sammelt Unterschriften für die Landtagswahl. Aber was will diese Partei eigentlich? 

Weiterlesen

Unter dem Pseudonym R. Tarden hat Alexander Schlag einen Roman geschrieben mit dem harmlosen Titel „Nord-Nordost“ und dem verräterischen Untertitel „Eine Flucht vor dem europäischen Blackout“, der als drohendes Unheil im Hintergrund lauert. 

Weiterlesen

ST. LEONHARD IN PASSEIER – Die 13. Hauptversammlung der Marketenderinnen im Südtiroler Schützenbund fand am Samstag, den 11. April 2026, beim Sandwirt in St. Leonhard in Passeier statt. Marketenderinnen aus allen Bezirken des Landes waren der Einladung gefolgt, die Stube war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Weiterlesen
Souveränität beginnt mit der Fähigkeit, Nein zu sagen

Durch wessen Augen sieht Deutschland die Welt – und wer bestimmt, was als deutsches Interesse gilt? Sieben Parteien, eine Frage – und sieben sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was deutsche Souveränität heute überhaupt bedeutet. Der Vergleich zeigt: Gestritten wird längst nicht nur darüber, wie selbständig Deutschland ist. Umstritten ist bereits, wer im entscheidenden Augenblick das letzte Wort haben soll – Berlin, Brüssel oder das Bündnis.

Wenn der Wähler die „Falschen“ wählt: Sachsen-Anhalt und die Grenzen der Demokratie

Am 6. September könnte Sachsen-Anhalt zum politischen Testfall für die Bundesrepublik werden. Die AfD liegt in den Umfragen bei über 40 Prozent, und die Möglichkeit einer von ihr geführten Landesregierung ist längst nicht mehr theoretisch. Doch während die Wähler noch nicht abgestimmt haben, bereiten sich Berlin und andere Länder bereits auf genau diesen Fall vor: Wie gehen staatliche Institutionen mit einer demokratisch legitimierten Landesregierung um, der sie politisch und sicherheitspolitisch womöglich nicht zu vertrauen bereit sind?

Der Thüringer Knoten: Vier Akteure und die Grenzen der Brandmauer

In Thüringen geht es längst nicht mehr nur um Mario Voigts Doktortitel oder um den öffentlichen Schlagabtausch zwischen Sahra Wagenknecht und Björn Höcke. Der Konflikt berührt eine grundsätzlichere Frage: Wer bestimmt in einer parlamentarischen Demokratie, welche Mehrheiten politisch zulässig sind – die Wähler oder die Parteizentralen? Im Zentrum stehen vier Akteure, vier Interessen und eine Parteienordnung, die zunehmend mit ihren eigenen Abgrenzungsregeln in Konflikt gerät.