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VW-Krise: Ex-Chef Müller macht auch die Deutschen mitverantwortlich | NIUS Live

29-07-2026, 18:02

Deutschlands Autoindustrie steckt in der tiefsten Krise ihrer Geschichte und Volkswagen ist mittendrin. Bis zu 120.000 Stellen sollen weltweit wegfallen, 50 Milliarden Euro werden bei Investitionen und Entwicklung eingespart. Ganze Werke stehen auf der Kippe: Emden, Zwickau, die Nutzfahrzeugproduktion in Hannover, das Audi-Werk in Heilbronn-Neckarsulm. Die Marke Seat soll komplett verschwinden. Gleichzeitig kämpft VW mit schwachen E-Auto-Verkäufen und einer massiven Überkapazität in China, während dort produzierte Modelle nun auch nach Europa drängen.

Bei NIUS Live spricht Matthias Müller Klartext. Der frühere VW-Vorstandsvorsitzende, der den Konzern nach dem Diesel-Skandal übernahm und aus der existenziellen Krise führte, benennt im Interview drei Verantwortliche für die Misere: die Industrie selbst, die Gesellschaft – und die Politik.

Müller rechnet vor, wie sich die Autobranche bei den weltweiten Produktionskapazitäten massiv verkalkuliert hat, kritisiert falsche strategische Zickzack-Entscheidungen der Hersteller und spart auch nicht mit Kritik an gesellschaftlichen Entwicklungen seit Corona mit Homeoffice, Vier-Tage-Woche und schwindender Leistungsbereitschaft.

Besonders deutlich wird er beim Verbrenner-Aus: Die Politik habe die Autoindustrie nach dem Dieselskandal "entmündigt", und auch die vielzitierten Bekenntnisse führender Manager zur E-Mobilität würden die Auto-Bosse heute wohl nicht mehr in dieser Absolutheit wiederholen.

Ein Interview über Managementfehler, politische Fehlentscheidungen und die Frage, ob Deutschlands Autoindustrie den Turnaround noch schafft – und was dafür jetzt passieren müsste.

Bei NIUS Live sprachen die NIUS-Reporter Alexander Kissler, Julius Böhm, THE STATEMENT-Chefredakteurin Birgit Kelle und Matthias Müller mit Moderator Nobert Dobeleit über das Thema.
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